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Mentale Probleme und „ein Fall für den Psychiater“

Zu großen Teilen ist es immer noch der Kader, der in der letzten Hinrunde massig Punkte sammelte. Zwar wurden einige Stützen verkauft, die aktuelle Misere ist dennoch weitaus dramatischer, als sie vom Leistungsvermögen her sein müsste. Deshalb diagnostiziert Huub Stevens „mentale Probleme“ im Kader. Eine Zeitung geht noch darüber hinaus.

Für Huub Stevens ist es ganz normal, dass alles in der gegenwärtigen Lage eine „Kopfsache“ sei. Deshalb wolle er auch entgegen seinem Naturell die Mannschaft nicht weiter bedrängen, sondern empathisch und sogar „mit Spaß“ auf seine voraussichtlich letzte Partie als Trainer des FC Schalke 04 vorbereiten. Statt allzu komplizierter taktischer Maßnahmen fordert Stevens das basale Einmaleins des Fußball. „Jetzt geht es darum zusammemzuhalten und gemeinsam aus der Situation herauszukommen“, wird Steven von Sport1 zitiert. Er verzichte auf neue Kritik an der Mannschaft, habe gegen Arminia Bielefeld sogar einiges Positives ausgemacht. Da muss Huub Stevens die Realität schon arg beschönigen, um zu dieser Einschätzung zu kommen. Offenbar sind genau solche Äußerungen Teil seiner angekündigten Strategie.

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Jahrhunderttrainer ohne Fortune

Ebenfalls mentale Probleme, sogar sehr deutlichen Ausmaßes, sieht die Süddeutsche Zeitung im Kader des FC Schalke 04. Denn wer titelt „Ein Fall für den Psychiater“, der findet damit selbst für den ohnehin nicht zimperlichen Medienbetrieb rund um die Bundesliga harsche Worte.

Obwohl die Krise nun schon so länge währte, habe es „wohl keinen traurigern Moment als den Samstagnachmittag“ auf Schalke gegeben, als die Niederlage gegen den Aufsteiger Arminia Bielefeld feststand, befindet die SZ. Stevens sei eben auch nicht in der Lage, Wasser in Wein zu verwandeln. Oder dem Kader wieder zu Erfolgen zu verhelfen, was inzwischen ähnlich schwierig geworden sei. Und obwohl man zudem urteilt, dass die Spieler das fußballerische Einmaleins verlernt hätte, läge darin nicht die Lösung.

„Was diese Elf als Erstes braucht, ist kein Trainer, der die verschütteten fußballerischen Fähigkeiten der heillos verunsicherten Spieler ausgräbt, sondern ein Psychiater, der ihnen die Ängste nimmt.“

Kritisiert wird Stevens allerdings auch für mangelnden Mut und auch eine gewisse Konzeptlosigkeit in der Wahl seiner Aufstellung. Darüber, ob Huub Stevens richtig aufstellt, muss man sich aber auf Schalke schon in Kürze keine Gedanken mehr machen. Wie man die Blockade in den Köpfen der Spieler löst, hingegen umso mehr.