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Ex-Ehrenrat Toporzysek: „Wir sind am Boden“

Clemens Tönnies
Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Kornelia Toporzysek ist das einzige Mitglied des Ehrenrates, das wegen des Umgangs mit Clemens Tönnies‘ rassistischen Äußerungen Konsequenzen zog und zurücktrat. Seitdem trat sie nicht mehr in die Öffentlichkeit. Jetzt gab sie 11Freunde ein Interview zu ihrer Sicht der aktuellen Lage. Und ihr Urteil fällt recht eindeutig aus.

Über die Lage auf Schalke braucht man eigentlich keine Worte mehr zu verlieren. Die einzelnen Elemente, die zu dem chaotischen Bild, das der Club zurzeit abgibt, geführt habe, sind weithin bekannt. Härtefall-Affäre, Fahrer-Entlassung, Peters‘ Rücktritt, enorme Schulde, drohende Insolvenz und Tönnies‘ Corona-Fälle. Dies alles zu Beginn der Saison eingeleitet, durch jenen Vorfall, bei dem Clemens Tönnies von vielen Seiten Rassimus unterstellt wurde. Und das alles getoppt von einer Rückrunde, die in sportlicher Hinsicht einfach alles zu wünschen übrig ließ.

Da war die dreimonatige Selbstsperre von Tönnies ein bezeichnendes Omen für all das, was in dieser Saison noch folgen sollte. Und weil diese minimale Sanktion nicht nur von vielen Fans, sondern auch von Ehrenrat-Mitglied Kornelia Toporzysek als Farce empfunden wurde, trat die Richterin aus dem Ehrenrat zurück. Seitdem trat sie nur einmal im Rahmen einer Sportreportage öffentlich in Erscheinung. Dort ging es allerdings allgemein um Rassismus. Somit ist das Interview bei „11Freunde“ ihre erste Äußerung zu jenem Club, dessen Fan sie natürlich immer noch ist.

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Toporzysek erzählt aus dem Ehrenrat

Darin findet sie deutliche Worte und formuliert vernichtende Kritik. Zuvorderst, dass der Club sich den Interessen von Clemens Tönnies beuge. Zudem sei sie „fassungslos und entsetzt“, was sich der Club in den letzten Wochen alles geleistet habe. Man müsse nun so viel Druck wie möglich aufbauen, damit sich im Club etwas Grundlegendes verändere. „Am Boden“ sei der Club aktuell und „tiefer geht’s nicht“.

Momentan würden sich viele Leute fragen, ob das überhaupt noch ihr Verein sei. Sie selbst zähle auch zu dieser Gruppe. Und das sei eben brandgefährlich, wenn der FC Schalke 04 die Identifikation nennenswerter Teile seiner Anhängerschaft verlöre.

Danach erzählt sie ausführlich, wie es damals zuging im Ehrenrat, als es zu Tönnies‘ umstrittenen Äußerungen kam. Alles kein Ruhmesblatt für die übrigen Mitglieder des Ehrenrats. Weshalb sich dieses Interview alle Schalke-Freunde zu Gemüte führen sollten, die wissen wollen, wie das „System Tönnies“ in ihrem Herzensclub funktioniert.