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Neustädter klagt über Nübel-Ärger: „Typisch Schalke“

Alexander Nübel
Foto: INA FASSBENDER/AFP via Getty Images

Eigentlich müsste es die Fans des FC Schalke 04 nicht mehr interessieren, was ein schon länger nicht mehr auf Schalke weilender Spieler über die Zustände dort zu sagen hat. Wenn es aber solche Worte sind wie jene, die Roman Neustädter zuletzt gewählt hat, sollte man vielleicht doch hellhörig werden.

Der in der Ukraine geborene Neustädter, der in Deutschland aufwuchs und sogar Länderspiele für Deutschland absolvierte, ehe er die russische Staatsbürgerschaft annahm, findet klare Worte. In einem Interview mit zwei deutschen Sportmagazinen bezeichnet er es als „typisch Schalke“, dass Alexander Nübel nach seiner publik gewordenen Wechselentscheidung derart angefeindet werde – aus den eigenen Reihen.

Es sei aus seiner Sicht doch völlig normal, dass ein Spieler die Chance ergreife, zum FC Bayern München zu wechseln, wenn sich eine solche ergebe. Das wäre bei jedem anderen Club in Deutschland so. Denn dies sei nicht nur mit deutlichen Mehreinnahmen verbunden. Es böte nicht zuletzt die Chance, auch Titel im deutschen und internationalen Fußball zu gewinnen. Zumal sich dieser Vorgang so ähnlich ja zuletzt erst mit Spielern wie Joel Matip, Leon Goretzka oder auch Leroy Sané bereits ereignet habe. Dass man Nübel nun auspfeife, sei „typisch Schalke“, weil nun alles vergessen werde, was dieser bislang für den FC Schalke 04 geleistet habe.

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Neustädter spielte mit Schalke Champions League

Zudem kritisiert Roman Neustädter die Personalpolitik der Gelsenkirchener. Inzwischen sei man eher ein Ausbildungsverein als einer, bei dem man als Top-Spieler dauerhaft bleibe. Zu seiner Zeit auf Schalke, 2012 bis 2016, habe man in der Champions League das Halbfinale erreicht und sei neben dem BVB und Bayern die dritte Kraft im deutschen Fußball gewesen. Das sei mittlerweile nicht mehr so. Man könne die relevanten Spieler schlicht nicht mehr halten.

Man müsse mit den jungen, talentierten Spielern ganz anders verfahren, ihnen rasch längerfristige Verträge anbieten. Dann könne man auch mal wieder eine Mannschaft aufbauen, die auch dauerhaft Erfolg bringt, hofft der Defensivspieler, der in der Bundesliga 122 mal für Schalke spielte. Für ihn müsse der Club wieder dahin zurück, einer der Top3-Clubs in Deutschland zu sein. Allerdings verriet Neustädter nicht, wie das angesichts der finanziellen Krise auf Schalke umgesetzt werden solle.