Die Deutsche Fußball Liga hat am 30. Juni die Termine für das Revierderby zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund vorab bekannt gegeben, drei Tage vor dem kompletten Spielplan für die Saison 2026/27. Nach drei Jahren ohne dieses Duell kehrt es zurück, weil Schalke als Zweitligameister in die Bundesliga aufgestiegen ist. Das Hinspiel steigt am 12. Spieltag in Gelsenkirchen, das Rückspiel am 29. in Dortmund.

Ein Spiel, das die Tabelle ignoriert

Am 25. November 2017 lag Schalke bei Borussia Dortmund zur Pause mit 0:4 zurück und holte in der zweiten Halbzeit noch ein 4:4 auf, den Ausgleich köpfte Naldo in der Nachspielzeit. Für die frühe Dortmunder Führung hatten unter anderem Pierre-Emerick Aubameyang und Mario Götze gesorgt. Für Dortmund fiel das Remis in eine schwache Phase, wenige Wochen später trennte sich der Klub von Trainer Peter Bosz. Sechs Jahre später, beim bislang letzten Bundesligaduell am 11. März 2023, trennten sich ein abstiegsbedrohtes Schalke und ein Dortmunder Titelkandidat 2:2. In beiden Fällen galt vorher eine Mannschaft als klarer Favorit.

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37 Siege für Dortmund, 32 für Schalke

Das Hinspiel im Dezember ist das 101. Revierderby in der Bundesliga. In den ersten hundert Duellen kam Dortmund auf 37 Siege, Schalke auf 32, dazu 31 Remis, so die Ligabilanz. Der Vorsprung ist über mehr als sechs Jahrzehnte zusammengekommen. Bei Revierderbys sind beide Ränge traditionell ausverkauft. Beide Vereine liegen im Ruhrgebiet nah beieinander, die Rivalität ist über Jahrzehnte gewachsen. Solche Topspiele setzt die Liga meist auf den Samstagnachmittag an.

Schalkes letzter Sieg im Derby liegt im April 2018. Danach setzte sich in den Ligaduellen meist Dortmund durch. Das 2:2 von 2023 fiel in eine Saison, die für Schalke im Abstieg endete und in der Dortmund die Meisterschaft am letzten Spieltag verpasste. Getroffen haben in Gelsenkirchen Nico Schlotterbeck und Raphaël Guerreiro für die Gäste, für die Gastgeber glichen Marius Bülter und Kenan Karaman jeweils aus.

Von den Torschützen jenes Tages steht nur noch Karaman im Schalker Kader. Personelle Kontinuität ist auf beiden Seiten die Ausnahme, was den Wert älterer Vergleiche einschränkt. Zur Folklore des Duells gehört ohnehin mehr die Anekdote als die Statistik, etwa der Schäferhund, der 1969 im Stadion Rote Erde den Schalker Torwart Friedel Rausch biss.

Schalkes Rückkehr nach 1071 Tagen

Zwischen Schalkes letztem Bundesligaspiel im Mai 2023 und dem gesicherten Wiederaufstieg lagen 1071 Tage. Kenan Karaman schoss die Mannschaft am vorletzten Spieltag nach oben. Kurz darauf stand auch die Zweitligameisterschaft fest. Trainer Miron Muslić, als Kind bosnischer Flüchtling nach Österreich gekommen, verlängerte im Anschluss seinen Vertrag. Übernommen hatte Muslić den Klub im Sommer 2025, nach Stationen bei Cercle Brügge und Plymouth Argyle.

Finanziell bleibt der Spielraum eng. Der Kaderetat wächst nach Vereinsplanung von rund 22 auf bis zu 40 Millionen Euro, gespeist vor allem aus etwa 16 Millionen Euro zusätzlicher TV-Erlöse. Gemessen an einem Bundesligakader ist das wenig, zumal Schalke aus den Abstiegsjahren noch hohe Verbindlichkeiten mitschleppt. Ein Teil des Zuwachses stammt aus der Verteilung der nationalen Medienerlöse, die Erstligisten deutlich mehr einbringt als die zweite Liga. Dortmund bewegt sich in einer anderen Größenordnung.

Zwei Zugänge sind fix, Junior Adamu aus Freiburg und Satoshi Tanaka aus Düsseldorf, im Tor bleibt Loris Karius die Nummer eins. Parallel läuft der Poker um weitere Verpflichtungen, auf mehreren Positionen sucht der Klub noch Verstärkung. Bis zum Trainingsstart muss Muslić aus Zugängen und Rückkehrern eine Elf formen, die in der Bundesliga sofort besteht. Direkter Klassenerhalt ist das Ziel, und Aufsteiger tun sich damit regelmäßig schwer. Einzelne Profis sollen den Verein noch verlassen.

Für Dortmund geht es um mehr als drei Punkte

Dortmund beendete die vergangene Saison als Vizemeister hinter Bayern München. Trainer Niko Kovač habe die Rückkehr des Rivalen mit Respekt aufgenommen, Schalke gehöre in die Bundesliga, wird er zitiert. Für ihn wäre es das erste Revierderby als Cheftrainer an der Seitenlinie. Im Sommer will Dortmund den Angriff verstärken und Mittelfeldspieler Felix Nmecha halten.

Sportlich spricht die jüngere Bilanz für Dortmund, das als Titelkandidat in die Saison geht, während Schalke die Euphorie des Aufsteigers mitbringt. Eine Derbyniederlage im eigenen Revier wiegt für einen Spitzenklub aber schwerer als drei Punkte, weil sie schnell zur Belastungsprobe wird. Das 4:4 von 2017 zeigt, wie wenig ein früher Vorsprung in diesem Spiel bedeutet.

Zwei Termine im Winter und im Frühjahr

Das Hinspiel steigt am 12. Spieltag zwischen dem 4. und 6. Dezember 2026 in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen. Das Rückspiel folgt am 29. Spieltag zwischen dem 9. und 11. April 2027 im Signal Iduna Park in Dortmund. Die genauen Anstoßzeiten legt die DFL mit dem vollständigen Spielplan am 2. Juli fest. Die Saison beginnt am Wochenende vom 28. bis 30. August 2026.