Schalke in der Einzelkritik: Karius überragend, Vozar debütiert

Der FC Schalke 04 erkämpft sich beim 0:0 gegen den FC Bayern München einen Punkt. Die S04-Profis in der SchalkeTOTAL-Einzelkritik.
Loris Karius: Ein absolut fehlerfreier und überragender Auftritt. Bewahrte die Knappen im ersten Durchgang mit einer sensationellen Flugeinlage bei Browns gefährlichem Schuss in den Winkel vor dem Rückstand. Auch nach der Pause hellwach, strahlte enorme Ruhe aus und hielt das verdiente Zu-null-Ergebnis fest. Note: 1.
Hasan Kurucay (bis zur 74. Minute): Fels in der Schalker Brandung. Lieferte sich packende Duelle mit den Bayern-Stürmern und verzeichnete die Rettungstat des Spiels, als er den missglückten Díaz-Lupfer mit vollem Einsatz direkt vor der Torlinie wegschlug. Note: 1,5.
Nikola Katic: Bot eine überragende Leistung und agierte als echter Abwehr-Chef. Nach rund einer Viertelstunde sorgte er kurz für eine Schrecksekunde, als er verletzt liegenblieb, biss sich danach aber beispielhaft durch. Zwar unterliefen ihm im Spielaufbau ein bis zwei kleine Fehlpässe, die jedoch unbestraft blieben. Beeindruckte mit starkem Stellungsspiel und 14 Klärungsaktionen im eigenen Sechzehner. Note: 1,5.
Timo Becker: Absolvierte eine hochdisziplinierte und leidenschaftliche Vorstellung. Mit zunehmender Spieldauer kaufte er den Bayern-Stürmern durch sein resolutes Zweikampfverhalten den Schneid ab. Warf sich in jeden Schuss und blockte wichtige Bälle im eigenen Sechzehner. Ein extrem reifer Auftritt, der maßgeblich dazu beitrug, dass die Null gegen den Rekordmeister stand. Note: 2.
Junior Dina Ebimbe (bis zur 65. Minute): Leitete mit seiner Dynamik die wenigen Schalker Entlastungsangriffe ein. In der zweiten Halbzeit musste Ebimbe dem enormen Laufpensum sichtlich Tribut zollen. Da Schalke sich fast nur noch aufs Verteidigen konzentrierte, rieb er sich in der Defensivarbeit auf, verlor etwas den Zugriff und wurde folgerichtig entkräftet ausgewechselt. Note: 3.
Satoshi Tanaka: Feierte ein bärenstarkes Startelf-Debüt. Tanaka agierte als unermüdlicher Staubsauger vor der Abwehrkette und überzeugte durch ein enormes Laufpensum. Verzeichnete mehrere wichtige Ballgewinne im Halbfeld. Trotz des permanenten Münchner Drucks bewahrte er bei eigenem Ballbesitz die Ruhe und kurbelte mit klugen, schnörkellosen Pässen die wenigen Schalker Umschaltmomente an. In der zweiten Halbzeit warf er sich leidenschaftlich in die Abwehrschlacht. Note: 2,5.
Soufiane El-Faouzi: Zeigte eine enorm laufstarke und disziplinierte Leistung. El-Faouzi hatte in der Zentrale die undankbare Aufgabe, den Münchner Spielfluss immer wieder frühzeitig zu stören. Dabei musste er extrem viel hinterherlaufen, stopfte jedoch clever die Räume. Bei eigenem Ballbesitz fehlte ihm verständlicherweise manchmal die Anspielstation, weshalb er den Ball meist schnell und ohne großes Risiko weiterleitete. Ein aufopferungsvoller Auftritt im Dienste der Mannschaft. Note: 3.
Dzeko-Comeback verpufft wirkungslos
Dejan Ljubicic (bis zur 74. Minute): Überzeugte durch ein enormes Laufpensum, starkes Stellungsspiel und aggressives Zweikampfverhalten. Er verhinderte mit klugem Verschieben immer wieder, dass der FC Bayern gefährliche Schnittstellenpässe durch das Zentrum spielen konnte. Strahlte Ruhe aus und lieferte einen reifen und disziplinierten Auftritt ab. Note: 2,5.
Adil Aouchiche (bis zur 84. Minute): Konnte seine spielerischen Qualitäten in der Offensive nur selten zeigen. Stattdessen rieb er sich vorbildlich in der Defensivarbeit auf, lief Passwege zu und half, das Zentrum dichtzuhalten. Ein disziplinierter Auftritt, bei dem er sich komplett in den Dienst der Mannschaft stellte. Note: 3,5.
Robin Gosens (bis zur 62. Minute): Mit seiner enormen Laufbereitschaft und Aggressivität zog er dem Münchner Flügelspiel über weite Strecken den Zahn. Machte die linke Schalker Defensivseite komplett dicht. Nach vorne konnte er nur selten Akzente setzen. Ein absolut gelungener Einstand, bei dem er die erhoffte Mentalität und defensive Stabilität sofort auf den Platz brachte. Note: 2,5.
Moussa Sylla: Rieb sich in vorderster Front komplett auf. Arbeitete auch in der Defensive mit. Da Schalke extrem tief stand, hing er oft in der Luft und kam selbst zu keinem gefährlichen Torabschluss. Seine wichtigste Aktion hatte er kurz vor der Pause: Erzwang gegen Upamecano ein Foul, das einen gefährlichen Freistoß aus 17 Metern einbrachte. Ein absolut aufopferungsvoller Auftritt im Dienste der Mannschaft. Note: 3.

Einwechselspieler:
Vitalie Becker (ab der 65. Minute): Kam für den ausgepowerten Gosens und fügte sich sofort nahtlos ein. Zeigte keinerlei Anpassungsschwierigkeiten. Seine wichtigste Aktion hatte er in der 69. Minute, als er Olise im Eins-gegen-eins abkochte. Ein hochkonzentrierter und stabiler Auftritt des 21-Jährigen, der tatkräftig half, die Null gegen die Bayern-Offensive bis zum Schlusspfiff zu verteidigen. Note: 2,5.
Mertcan Ayhan (ab der 65. Minute): War sofort voll fokussiert und half mit gutem Stellungsspiel dabei, die Räume vor dem eigenen Kasten eng zu halten. Spielte seine Pässe sicher hinten heraus. Note: 3.
Maximilian Wöber (ab der 74. Minute): Ordnete sich sofort nahtlos in die tief stehende Schalker Abwehrkette ein. In der hitzigen Schlussphase zeigte er sich defensiv voll auf der Höhe. Note: 3.
Luca Vozar (ab der 74. Minute): Feierte sein Debüt in der Bundesliga. Er stopfte die Lücken im Zentrum mit großer Disziplin, gewann ein wichtiges Tackling und verbuchte zwei Klärungsaktionen am eigenen Sechzehner. Bei den wenigen eigenen Ballbesitzphasen zeigte er zudem eine beeindruckende Passsicherheit (6 von 7 Pässen kamen an). Note: 2,5.
Kenan Karaman (ab der 84. Minute): Keine Bewertung aufgrund kurzer Spielzeit.