Missbrauchsverdacht: Schalke stellt Jugendtrainer frei

Der FC Schalke 04 wird von schweren Vorwürfen erschüttert. Die Staatsanwaltschaft Münster ermittelt gegen einen Mitarbeiter aus dem Nachwuchsbereich wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch eines Zwölfjährigen.
Ein möglicher Missbrauchsfall erschüttert den FC Schalke 04. Die Staatsanwaltschaft Münster ermittelt gegen einen Mitarbeiter aus dem Nachwuchsbereich der Königsblauen wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs eines zwölfjährigen Jungen. Eine entsprechende Strafanzeige war am 18. April 2026 bei der Polizei eingegangen.
Nach Informationen der WAZ soll der Kontakt zwischen dem Beschuldigten und dem Jungen bereits Wochen vor einem Sichtungstraining bei Schalke entstanden sein. Der Mitarbeiter habe dem Kind anschließend exklusive Trainingseinheiten im Münsterland angeboten. Die mutmaßliche Tat soll sich während eines solchen Individualtrainings in externen Trainings- und Behandlungsräumen ereignet haben – nicht auf dem Vereinsgelände in Gelsenkirchen.
Demnach soll der Mann den Jungen während einer Trainingseinheit unsittlich berührt haben. Wenige Tage nach Eingang der Anzeige durchsuchten Ermittler die Privaträume des Verdächtigen und stellten zahlreiche Datenträger sicher. Deren Auswertung läuft aktuell noch. Auch die Frage, ob es möglicherweise weitere Betroffene gibt, ist Teil der laufenden Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft betont bislang Zurückhaltung. „Die Ermittlungen und die Auswertung der sichergestellten Datenträger aktuell andauern“, erklärte ein Sprecher. Zudem gelte weiterhin „die Unschuldsvermutung“.
FC Schalke 04 reagiert sofort auf Missbrauchsvorwürfe
Der FC Schalke 04 reagierte unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe und stellte den Mitarbeiter frei. Gleichzeitig leitete der Verein interne Untersuchungen ein und zog anwaltliche Unterstützung hinzu. Die Königsblauen erklärten dazu gegenüber der WAZ: „Der Schutz von Kindern und Jugendlichen steht zu jeder Zeit an erster Stelle. Die Bestürzung über die Informationen ist daher enorm.“

Nach Angaben des Vereins existieren bereits umfangreiche Schutzmaßnahmen im Nachwuchsbereich. So seien potenzielle Gefährdungssituationen analysiert und klare Regeln für den Umgang mit Minderjährigen eingeführt worden. Besonders wichtig sei dabei das sogenannte Sechs-Augen-Prinzip. „Einzelsituationen zwischen Erwachsenen und Kindern werden durch das Sechs-Augen-Prinzip vermieden, indem möglichst immer eine zweite Person anwesend ist“, teilte ein Vereinssprecher mit.
Innerhalb des Vereins sollen die Vorwürfe für große Bestürzung sorgen. Schalke kündigte an, die Ermittlungen der Behörden „uneingeschränkt“ zu unterstützen und mit allen zuständigen Institutionen