Wurde Schalke verpfiffen? Schiedsrichter erklärt Rote Karte gegen Dzeko

Der FC Schalke verspielt gegen Hannover 96 trotz 2:0-Führung den Sieg und muss sich am Ende mit einem 2:2 begnügen. Im Mittelpunkt steht die umstrittene Rote Karte gegen Edin Dzeko, die Schiedsrichter Robin Braun nach dem Spiel ausführlich erklärt.
Die Rote Karte gegen Edin Dzeko hat beim 2:2 zwischen dem FC Schalke 04 und Hannover 96 für große Diskussionen gesorgt. Schiedsrichter Robin Braun verteidigte seine Entscheidung nach dem Spiel und erklärte ausführlich, warum er den Schalker Stürmer des Feldes verwies.
Die Szene ereignete sich in der 52. Minute. Schalke führte zu diesem Zeitpunkt bereits mit 2:0, nachdem Dzeko selbst (29.) und Kapitän Kenan Karaman (38.) getroffen hatten. Beim Versuch, den Ball zu spielen, verfehlte der Angreifer jedoch das Spielgerät und traf Hannovers Husseyn Chakroun mit der offenen Sohle im Rippenbereich. Für Braun war die Situation eindeutig. „Auf dem Feld sehe ich, dass der Spieler Dzeko versucht den Ball zu spielen, diesen aber klar verfehlt“, erklärte der 30-Jährige nach dem Spiel. „Er geht mit hohem Risiko und offener Sohle hinein und trifft den Gegenspieler mit dieser offenen Sohle im Rippenbereich.“
Der Referee betonte, dass er dem Schalker keine Absicht unterstelle. „Natürlich unterstelle ich dem Spieler keine Absicht, aber bei so einem Treffer ist es dennoch eine klare Rote Karte“, sagte Braun. Ausschlaggebend sei für ihn vor allem die Gefährdung des Gegenspielers gewesen. Der Treffer habe „eine gesundheitsgefährdende Komponente“, weshalb für ihn letztlich kein anderer Spielraum geblieben sei.
Schalke wütend: Muslic kritisiert Rote Karte gegen Dzeko
Auf Schalke sorgte die Entscheidung dagegen für großen Unmut. Trainer Miron Muslic sah in dem Platzverweis einen entscheidenden Wendepunkt der Partie. „So massiv in ein Spiel einzugreifen – nicht böse sein, aber das ist keine Rote Karte“, kritisierte der Coach und sprach von fehlendem „Fingerspitzengefühl“.

Auch die lange Nachspielzeit erklärte Braun anschließend. Nach einer angezeigten Zusatzzeit von sieben Minuten sei diese wegen weiterer Unterbrechungen verlängert worden. „Das ist zwingend, wenn wir nochmal einen Wechsel haben. Ein Spieler lag noch auf dem Boden, war verletzt“, sagte der Unparteiische.
Für die Königsblauen ist das späte Remis im Aufstiegskampf besonders bitter. Hinzu kommt, dass Dzeko nach seinem Platzverweis im kommenden Spitzenspiel bei Darmstadt 98 fehlen wird. Der Stürmer hatte sich mit sechs Toren in acht Spielen zuvor schnell zu einer wichtigen Figur im Schalker Angriff entwickelt.