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Daten zeigen: S04-Verteidiger Mertcan Ayhan überraschend stark in vielen Aspekten

Mertcan Ayhan und Christopher Antwi-Adjei
Foto: IMAGO

Wie das gestrige Geburtstagskind Rüdiger Abramczik wurde auch Mertcan Ayhan in Gelsenkircheng geboren, allerdings 50 Jahre später, nämlich 2006. Schon mit 8 Jahren wurde er beim FC Schalke angemeldet – und entpuppt sich nun immer mehr als echte Verstärkung der ersten Mannschaft.


Gerade mal 19 Jahre ist er alt, hatte vor dieser Saison noch keine Minute in Pflichtspielen bei den Profis absolviert. Jetzt kommt Ayhan auf 18 von 22 möglichen Einsätzen in der 2. Bundesliga und spielte dabei sogar fast immer über die vollen 90 Minuten. Weil er dabei eben auch immer eine Leistung bringt, die von einem so unerfahrenen Akteur beileibe nicht zu erwarten gewesen war.

Die WAZ hat auf die Daten zu seinen Auftritten geschaut und dabei festgestellt, „dass der 19-Jährige vor allem mit seiner Spielintelligenz überzeugt.“ Sein proaktives Verteidigen führe zu vielen Ballgewinnen im Mittelfeld. Sein Stellungsspiel sei im ligaweiten Vergleich sogar „außergewöhnlich gut“.

So kommt er unter allen Innenverteidigern der zweiten Liga auf die zweitmeisten Ballaktionen im mittleren Drittel des Spielfelds. Seine im Schnitt 2,29 Ballgewinne im Mittelfeld pro Partie bedeuten immerhin noch Rang 4 unter allen Innenverteidigern der gesamten 2. Bundesliga.

Eine weitere Stärke von Mertcan Ayhan sei seine Athletik. Er läuft viel, sprintet überdurchschnittlich oft und erreichte eine Top-Geschwindigkeit von 33,79 km/h.

Mertcan Ayhan
Foto: IMAGO

Laufstark und spielintelligent: Mertcan Ayhan bei Schalke 04

All dies ist auch jenen Menschen nicht entgangen, die für die Einschätzung seines Marktwerts bei Transfermarkt.de verantwortlich zeichnen. Dieser hat sich mal eben seit seiner letzten Bemessung verzehnfacht. Gemäß des Portals wäre Mertcan Ayhan bei einem Verkauf jetzt 4 Millionen Euro wert.

Schwächen zeigt der Blick in seine Daten allerdings auch auf, was angesichts seiner Jugend nicht verwundert. Eigentlich verfüge er zwar über eine saubere Technik, dies blitze aber nur selten in der 2. Bundesliga auf. Möglicherweise mangele es ihm in dieser Hinsicht noch an Selbstvertrauen, spekuliert die WAZ. Verbrieft ist aber, dass er recht viele Ballverluste produziert. Seine Passquote von 87 Prozent werde bei den Innenverteidigern der 2. Bundesliga nur noch von Teamkollege Nikola Katic (77 Prozent) unterboten.

Ebenso ist der Zweikampf noch keine Paradedisziplin von Mertcan Ayhan. Von seinen durchschnittlich 5,3 Defensivzweikämpfen pro Spiel gewinnt er am Boden nur 60 Prozent, in der Luft gar nur 51 Prozent – dabei misst der Bruder des türkischen Nationalspielers Kaan Ayhan 1,90 Meter.

Beim FC Schalke 04 baut man dennoch weiter auf ihn, schätzt seinen Mut, sich lange Bälle zuzutrauen, auch wenn diese nicht immer ihren gewünschten Abnehmer finden. So ist auch in näherer Zukunft mit viel Einsatzzeit für den jungen Schalker zu rechnen, der viel von seinem Potenzial bereits einbringt und weitere Facetten seines Spiels noch verbessern kann.