Millionen-Flop? Schalke-Trainer Muslic spricht über Gomis

Nach durchwachsenen Auftritten von Christian Gomis wächst beim FC Schalke 04 die Diskussion um den teuren Sommertransfer. Trainer Miron Muslic bezieht nun klar Stellung zur aktuellen Situation des Stürmers.
Beim FC Schalke 04 rückt vor dem Auswärtsspiel am Sonntag (13:3 Uhr) bei Holstein Kiel Christian Gomis in den Fokus. Der Sommerzugang, für den die Königsblauen tief in die Tasche griffen, wartet weiterhin auf den Durchbruch – und steht sinnbildlich für die sportliche Unruhe im Offensivspiel der Königsblauen.
Rund 1,5 Millionen Euro überwies Schalke dem Vernehmen nach im Sommer an den FC Winterthur, um sich die Dienste des schnellen Senegalesen zu sichern. Damit war Gomis der teuerste Neuzugang – und ein Transfer, für den die Verantwortlichen sogar das geplante Budget ausreizten. Entsprechend hoch waren die Erwartungen an den 25-Jährigen.
Bislang konnte der Angreifer diese Hoffnungen jedoch kaum erfüllen. Zwar zählt er mit einer gemessenen Höchstgeschwindigkeit von über 36 km/h zu den schnellsten Spielern der 2. Bundesliga, doch Tempo allein genügt nicht. In zwölf Ligaeinsätzen gelang ihm lediglich ein Treffer – beim 3:0-Erfolg in Hannover. Zu oft fehlt die Bindung zum Spiel, die Durchschlagskraft im letzten Drittel und die nötige Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor.
Schalke-Trainer Muslic stärkt Gomis den Rücken
Trainer Miron Muslic wählt im Umgang mit seinem Stürmer dennoch vorsichtige Töne. Auf der Pressekonferenz sprach er von bislang „unglücklichen“ Auftritten, betonte aber zugleich: „Er hat viele gute Eigenschaften, viele Stärken, hat es aber noch nicht in Gänze auf den Platz gebracht.“ Muslic wirbt um Geduld und verweist auf Anpassungsprozesse: „Es gibt Spieler, die brauchen mehr Zeit, sich zu integrieren.“
Besonders bildhaft beschrieb der Coach die aktuelle Gemütslage seines Angreifers: „Im Moment hat er einen Rucksack, der sich schwer anfühlt.“ Gleichzeitig stellt Muslic klar, dass er Gomis keineswegs abgeschrieben hat. Der Stürmer bleibe „ein wichtiger Faktor in unserem Spiel“, irgendwann werde „auch ihm der Knopf auf“ gehen.
Intern ist der Konkurrenzkampf allerdings spürbar härter geworden. Mit Edin Dzeko und Moussa Sylla besitzt Schalke Alternativen im Sturmzentrum, im offensiven Mittelfeld drängen neben Aouchiche auch Dejan Ljubicic sowie Kapitän Kenan Karaman in die Startformation. Noch setzen die Verantwortlichen bei Gomis auf Geduld. Doch sollte der erhoffte Leistungssprung ausbleiben, droht dem teuersten Sommertransfer der Königsblauen vorerst die Rolle des Ergänzungsspielers.