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Schalke in der Ergebniskrise: Brodelt es jetzt auch in der Kabine?

Miron Muslic
Foto: IMAGO

Nach dem Einbruch im Aufstiegsrennen brodelt es offenbar auch intern beim FC Schalke 04. Laut einem Medienbericht soll es erste Spannungen in der Kabine geben.


Beim FC Schalke 04 mehren sich die Anzeichen, dass im Saisonendspurt nicht mehr alles reibungslos läuft. Sportlich ist der Herbstmeister ins Straucheln geraten, die Tabellenführung wurde verspielt – und auch abseits des Platzes sorgen Nebengeräusche für Unruhe. Wie die Bild berichtet, soll es inzwischen sogar erste Spannungen innerhalb der Kabine geben.

Seit Monaten predigt Cheftrainer Miron Muslic eine klare Linie. „Wir werden unseren Weg gehen und lassen uns von niemandem davon abbringen!“, betonte der 43-Jährige wiederholt. Gemeint waren ursprünglich Einflüsse von außen – doch mittlerweile entsteht der Eindruck, dass die Herausforderungen vielschichtiger sind.

Für zusätzlichen Zündstoff sorgt die Diskussion um eine mögliche Berufung von Clemens Tönnies ins Ehrenpräsidium. Beim Heimspiel gegen Dresden (2:2) zeigten Ultras beleidigende Plakate („Schweinepriester, Rassist, Ekelschwein“). Mehrere Sponsoren stellten sich demonstrativ hinter Tönnies. Die Klubführung erklärte daraufhin: „(…). Weder Plakate, die Einzelpersonen beleidigen, noch Briefe, die innerhalb kürzester Zeit bewusst an Medien gegeben werden, helfen Schalke dabei, seine Ziele zu erreichen.(…)“ Eine nachhaltige Beruhigung der Lage blieb bislang aus.

Kabinen-Details sorgen für Unruhe bei Schalke

Auch sportlich ist die Entwicklung besorgniserregend. Keine Mannschaft der 2. Bundesliga holte zuletzt weniger Punkte. Der Vorsprung auf die Konkurrenz ist dahin, der Aufstieg ernsthaft gefährdet. Vor dem Auswärtsspiel bei Absteiger Holstein Kiel am Sonntag (13:30 Uhr) steht Königsblau damit vor einem Charaktertest.

Brisant sind zudem Details aus dem Innenleben der Mannschaft. Laut Bild sei nach außen gedrungen, dass einigen Spielern zu viel Bosnisch beziehungsweise Kroatisch gesprochen werde. Besonders häufig falle dabei das Wort „Brate“ – was mehreren Akteuren „gehörig auf die Nerven gehen“ soll. Ein vermeintlich kleines Detail, das jedoch als Indiz für beginnende Grüppchenbildung gewertet wird.

Fest steht: Der frühere Spitzenreiter steckt in einer heiklen Phase. Ob es sich lediglich um typische Begleiterscheinungen eines Formtiefs handelt oder um tiefergehende Probleme, dürfte sich in den kommenden Wochen entscheiden. Klar ist nur: Will Schalke den Aufstieg nicht verspielen, muss schnell wieder Geschlossenheit einkehren.