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„Das war gar nichts“: Schalke-Ultras kritisieren schlechte Stimmung

Schalke-Ultras
Foto: IMAGO

Nach fünf sieglosen Spielen wächst beim FC Schalke 04 die Unruhe – nicht nur sportlich, sondern auch auf den Rängen. Die Ultras schlagen Alarm und fordern mehr Leidenschaft in der Nordkurve.


Beim FC Schalke 04 geht es derzeit nicht nur sportlich um wichtige Punkte – auch auf den Rängen brodelt es. Fünf Spiele in Serie ohne Sieg haben bei der Mannschaft von Trainer Miron Muslic Spuren hinterlassen, die Tabellenführung in der 2. Bundesliga ist verloren gegangen. Doch aus Sicht der Ultras Gelsenkirchen wiegt ein anderes Problem schwerer: die Atmosphäre in der Kurve.

In ihrem Kurvenflyer „Blauer Brief“, verteilt rund um das 2:2 gegen Dynamo Dresden, sprechen die Ultras ungewöhnlich deutlich von „Lethargie, Antriebslosigkeit, fehlender Wille“ innerhalb der eigenen Reihen. Bereits vor der Winterpause habe sich eine gefährliche Müdigkeit bemerkbar gemacht – sowohl bei Heim- als auch bei Auswärtsspielen.

Als Negativbeispiel führen die Ultras unter anderem den Auftritt beim VfL Bochum an. „Das war gar nichts, Nordkurve Gelsenkirchen“, heißt es in der Abrechnung mit der eigenen Fanszene. Der Vorwurf: Viele Anhänger würden nur dann lautstark unterstützen, wenn die Mannschaft führt – und bei Rückschlägen in Nervosität verfallen.

Dabei sehen die Ultras eigentlich positive Rahmenbedingungen. Trainer, Mannschaft und Vereinsführung hätten sich stabilisiert, sportlich spiele Schalke wieder im Aufstiegskampf mit. „Eigentlich stehen alle Zeichen auf Grün und es gibt wenig, das gegen eine laute, emotionale und eskalierende Kurve sprechen dürfte“, schreiben sie.

Appell an die Nordkurve: Mehr Leidenschaft für Schalke

Doch die gestiegenen Erwartungen scheinen die Fans zu hemmen. Die Ultras beschreiben ein Klima permanenter Anspannung: „Führen wir, ist jeder angespannt, dass wir den Ausgleich kassieren, liegen wir zurück, ist jeder angespannt, dass wir den Ausgleich nicht mehr schaffen.“ Die Folge: zu wenig geschlossener Support, zu wenig Einfluss von den Rängen auf das Geschehen auf dem Platz.

Die Ultras richten daher einen eindringlichen Appell an die gesamte Nordkurve. „Schließt die Augen, ballt die Fäuste, schreit unseren FC Schalke 04 nach vorne“, fordern sie – unabhängig vom Spielstand. Jeder Einzelne sei gefragt, eine Atmosphäre zu schaffen, „die gar nichts anderes zulassen kann, als einen Sieg für Schalke 04, und die am Ende der Saison vielleicht sogar den Aufstieg realisiert.“

Klar ist: Der Weg zurück in die Bundesliga bleibt das große Ziel. Doch aus Sicht der Ultras entscheidet sich dieser nicht nur auf dem Rasen – sondern auch auf den Rängen.