Ex-Schalke-Trainer Keller zieht Schlussstrich: „Keine Lust mehr“

Nach vielen Jahren im Profifußball hat Ex-Schalke-Coach Jens Keller genug vom Trainerjob. Der 55-Jährige hat sich beruflich neu orientiert und blickt kritisch auf seine Vergangenheit zurück.
Jahrelang stand Jens Keller an der Seitenlinie verschiedener deutscher Profiklubs, inzwischen hat der ehemalige Trainer des FC Schalke 04 mit dem Fußballgeschäft abgeschlossen. Der 55-Jährige hat sich beruflich neu orientiert und arbeitet mittlerweile als Immobilienmakler in Nürnberg. Eine Rückkehr auf die Trainerbank kommt für ihn nicht mehr infrage. Im Gespräch mit der BILD erklärte Keller, warum er dem Trainergeschäft den Rücken gekehrt hat.
Vor allem die Entwicklungen im Profifußball hätten seine Entscheidung beeinflusst. „Das ganze Fußballgeschäft wird immer wilder und schneller. Immer weniger zählt, ob du jetzt gut arbeitest oder nicht.“ Auch die Begeisterung für seinen früheren Beruf ist inzwischen verflogen. „Ich habe keine Lust mehr, diesen Job zu verfolgen“, stellte Keller klar. Stattdessen hat er eine neue Herausforderung gefunden.
Bei Engel & Völkers in Nürnberg ist der ehemalige Bundesliga-Coach mittlerweile als selbstständiger Immobilienmakler tätig. Dabei kann Keller auf eine abwechslungsreiche Trainerkarriere zurückblicken. Zwischen Juli 2012 und Dezember 2014 betreute er Schalke 04 in 76 Pflichtspielen und durfte mit den Königsblauen auch auf der großen europäischen Bühne gegen Mannschaften wie Real Madrid antreten.
Ex-Schalke-Coach Jens Keller hat genug vom Trainerjob
Darüber hinaus trainierte er unter anderem den VfB Stuttgart, Union Berlin, den FC Ingolstadt und den 1. FC Nürnberg. Seine letzte Station war der SV Sandhausen, mit dem er in der Saison 2023/24 den erhofften Aufstieg in die 2. Bundesliga verpasste. Besonders negativ ist Keller bis heute seine überraschende Entlassung bei Union Berlin im Dezember 2017 in Erinnerung geblieben. Obwohl die Mannschaft damals auf dem vierten Tabellenplatz stand, musste er seinen Posten räumen.

Die Entscheidung beschäftigt ihn noch immer. „Das hat mich damals schwer getroffen. Bis heute habe ich noch nicht richtig verstanden, was der Grund war. Offiziell habe ich nie etwas gehört“, berichtete Keller. Mit einer derart plötzlichen Trennung hatte er seinerzeit nicht gerechnet. „Das war eine Entlassung, die ich so noch nicht erlebt hatte. Ich besaß gar kein Gefühl für die Situation.“
Solche Erfahrungen gehören für Keller inzwischen der Vergangenheit an. Statt sich weiterhin von sportlichen Ergebnissen und Vereinsentscheidungen abhängig zu machen, genießt der Ex-Schalke-Trainer heute die Freiheiten seiner neuen beruflichen Tätigkeit.