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„Alles ist blöd“: Robin Gosens warnt nach Mainz-Pleite vor Panikmache

Robin Gosens
Foto: IMAGO

Nein, zufrieden ist Robin Gosens nicht. Nach zwei Niederlagen in Folge ist der FC Schalke 04 in der Bundesliga auf den 15. Platz abgerutscht. Im Podcast Copa TS nimmt der 32 Jahre alte Routinier kein Blatt vor den Mund.


Himmelhoch jauchzend – zu Tode betrübt: Die Grenze zwischen Euphorie und Krise ist in der Bundesliga hauchdünn. Gosens sieht in diesen extremen Ausschlägen ein massives Problem. Im Podcast Copa TS mit Tommi Schmitt mahnt er laut Sport1 nach nur einem Punkt aus drei Spielen zu Besonnenheit. „Wenn du gewinnst, ist alles top, du darfst dir alles erlauben, es werden keine Fragen gestellt“, sagt der Linksverteidiger.

Sobald der Erfolg jedoch ausbleibe, schlage die Stimmung radikal um. „Spätestens beim dritten Mal wird alles hinterfragt, alles ist blöd“, so der 24-malige Nationalspieler. Wie extrem die Situation im Fußball ist, zeigt Gosens mit klaren Worten auf: „Jede Minute Verspätung ist ein Staatsverbrechen, jedes Nutellabrot führt dazu, dass du am Wochenende zwei Kilometer weniger laufen darfst.“ Bei einer Erfolgsserie sei man dagegen fast unantastbar und dürfe sich dem Schalke-Profi zufolge „alles erlauben“.

Das Schwarz-Weiß-Denken im Profifußball ist ihm daher ein Rätsel. „Warum leben wir in diesen Extremen? Warum können wir nicht den Ball flach halten, wenn man mal ein, zwei Spiele verliert und 23 Sachen nicht?“, hinterfragt er die mangelnde Balance in der Berichterstattung. Seine Forderung laute daher: „Nicht in Panik verfallen.“

„Noch zwei bekommen können oder müssen“

Die sportlichen Probleme redet Gosens nicht schön. Bei der 0:1-Pleite gegen Mainz habe es der Schalker Defensive schlicht an Biss gefehlt. „Wir haben einfach diese Intensität nicht auf den Platz bekommen, dieses eklige Verteidigen, dieses Unangenehm-Machen für den Gegner“, kritisiert der Außenbahnspieler. Das knappe Ergebnis spiegele den Spielverlauf für ihn kaum wider: „Und wenn wir ehrlich sind, hätten wir auch noch zwei bekommen können oder müssen.“

Robin Gosens und Lukas Petkov
Foto: Getty Images

Dass die Mannschaft nicht alles gegeben habe, weist der 32-Jährige entschieden zurück: „Nichts lieber hätte ich gewollt als dieses scheiß Spiel zu gewinnen, als ein Tor zu schießen und mit der ganzen Kurve zu jubeln.“ Die Pleite sei aber kein Charaktertest gewesen: „Das liegt nicht daran, dass wir keinen Bock haben, Fußball zu spielen oder keinen Bock haben, uns zu zerreißen.“

Trotz der Negativserie ist Gosens vom eingeschlagenen Weg überzeugt. Er setzt darauf, dass das Pendel auch wieder in die andere Richtung schwingt. Wie Moderator Tommi Schmitt bemerkt, benötige man in einer so engen Bundesliga manchmal einfach „dieses Quäntchen Glück“.