„Mein Lebensjob“: Trainer-Legende Norbert Elgert 30 Jahre auf Schalke

Der Begriff „Legende“ wird im Fußball oft leichtfertig für Spieler oder Trainer verwendet. Auf Norbert Elgert trifft diese Bezeichnung jedoch uneingeschränkt zu. Der 69 Jahre alte Chef-Coach der Schalker U19 befindet sich seit nunmehr drei Jahrzehnten in Diensten des Revierklubs. Anlässlich seines Jubiläums am 1. Juli 2026 zieht er Bilanz.
Schon als Aktiver schnürte Elgert seine Fußballschuhe für den FC Schalke 04. Insgesamt 85 Pflichtspiele (18 Treffer) bestritt der Stürmer für Königsblau. Der gebürtige Gelsenkirchener lief in der 2. Bundesliga zudem für den VfL Osnabrück und die SG Wattenscheid 09 auf. In seiner Bilanz finden sich 153 Einsätze in den obersten beiden Spielklassen in Deutschland (36 Tore). Größter Erfolg: 1982 stieg er mit S04 in die Bundesliga auf.
Nach dem Ende seiner Profilaufbahn startete Elgert als Jugendtrainer durch. Nach Stationen in Schermbeck, Dinslaken, Wattenscheid und Rhade kehrte er nach Schalke zurück. Der damalige Manager Rudi Assauer (†74) vertraute ihm 1996 die A-Junioren des Klubs an. Eine einzigartige Erfolgskarriere, die nun schon 30 Jahre währt, nahm ihren Lauf.
Elgert holte nicht nur fünf Titel mit der Schalker U19 (dreimal Meister, zweimal Pokal), sondern ist vor allem berühmt für sein „Händchen“. Nahezu zahllose Rohdiamanten verwandelte er in der Knappenschmiede in Edelsteine. Namentlich genannt seien an dieser Stelle nur Manuel Neuer (40), Mesut Özil (37), Benedikt Höwedes (38) oder auch Sead Kolasinac (33), Malick Thiaw (24) und Leroy Sané (30).
„Jedes Jahr herausfordernd“
Acht bis zehn Prozent seiner Schützlinge gelang der Sprung in den Profifußball, hat Reviersport errechnet. Die aktuelle Weltmeisterschaft unterstreicht seinen Erfolg: Zehn nominierte Spieler wurden von Elgert ausgebildet. „Wenn mir das einer vorher gesagt hätte, über drei Dekaden…“, blickt der 69-Jährige ein wenig erstaunt zurück. „Es ist ja nicht so, dass das hier eine Komfortzone ist im U19-Bereich. Aber es ist eben meine Berufung. Das habe ich dann irgendwann für mich erkannt. Es ist mein Lebensjob.“

Die Arbeit mit jungen Spielern bereite ihm „immer noch einen Riesenspaß“, betont Elgert. „Ich hoffe, man sieht mir das auch noch an, dass mich das nicht langweilt.“ Er ist überzeugt, dass seine lange Tätigkeit für nur einen Verein anderswo „nicht möglich gewesen“ wäre. „Es war nicht so, dass es irgendwann hier leicht wurde. Das darf es auch gar nicht sein. Es war jedes Jahr herausfordernd.“
Er wagt einen optimistischen Blick in die Zukunft: „Schwach waren wir nie. Aber ich glaube, dass wir wieder auf einem guten Weg sind.“