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Platzsturmverbot? Schalke vor Aufstieg gegen Düsseldorf

Schalke Fans
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Schalke 04 kann gegen Düsseldorf aufsteigen. Doch Erinnerungen an verletzte Fans und hohe Strafen beim Platzsturm 2022 sorgen für Warnungen.


Der FC Schalke 04 ist kurz davor, Unglaubliches zu erreichen. Innerhalb von einer Saison ist man vom Krisenklub und Platz 14 zum Ligaprimus gereift und hat nun drei Aufstiegsmatchbälle. Am Samstagabend können die Königsblauen im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf den Aufstieg in die Bundesliga perfekt machen. Die Ausgangslage ist komfortabel, und es gibt gleich mehrere Szenarien, die den Aufstieg ermöglichen.

Plan A ist simpel: Ein Sieg gegen Düsseldorf bedeutet den direkten Aufstieg. Plan B: Bei einem Unentschieden reicht bereits ein Patzer von Hannover 96. Und selbst im unwahrscheinlichen Fall einer Niederlage könnte Schalke aufsteigen, wenn Hannover ebenfalls verliert und Elversberg nicht gewinnt.

Nach zuletzt elf Siegen in Folge und der klaren Tabellenführung wirkt es sehr wahrscheinlich, dass Schalke den Sprung ins Oberhaus schafft. Trainer Miron Muslic brachte es zuletzt auf den Punkt: „Das lassen wir uns nicht mehr nehmen.“

Doch bei aller Euphorie rückt ein anderes Thema in den Fokus: ein möglicher Platzsturm.

Erinnerungen an 2022: „Leute hingen bewusstlos über den Wellenbrechern.“

Beim letzten Aufstieg 2022, nach dem 3:2 gegen St. Pauli, stürmten rund 2000 Fans den Platz. Mehrere Menschen wurden verletzt, einige davon schwer. Laut Polizei mussten zahlreiche Personen medizinisch versorgt und in Krankenhäuser gebracht werden. Der Verein wurde später mit insgesamt über 90.000 Euro Strafe belegt.

Im Podcast „1904 – Inside Schalke“ warnte WAZ-Reporter Robin Haack eindringlich: „Das Stadion ist nicht für einen Platzsturm ausgelegt. Da ist ein Graben von teilweise über drei Metern Tiefe – das ist lebensgefährlich.“ Zudem berichtete er von dramatischen Szenen: „Leute hingen bewusstlos über den Wellenbrechern.“ Haack betont, dass die Erinnerung oft verklärt werde: „Heute ist das positiv konnotiert, aber die Gefahr wird unterschätzt.“

Auch Aufstiegstorwart Martin Fraisl und Sky-Reporter Dirk große Schlarmann sprechen sich im Podcast „Schalker Markt“ gegen einen Platzsturm aus.

Fraisl machte dabei deutlich, dass ein solcher Moment auch für die Mannschaft an Bedeutung verliert, weil man den Aufstieg eigentlich gemeinsam mit den Mitspielern auf dem Platz genießen möchte, statt in einer großen Menschenmenge unterzugehen.

Schalke
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Bereits vor dem Spiel ist ein Fanmarsch aus Buer angekündigt, und auch danach dürfte es im Falle eines Platzsturmverbots trotzdem rund um das Stadion und die Schalker Meile unvergessliche Feierszenen geben.

Welche Maßnahmen S04 ergreifen wird, um einen Platzsturm zu verhindern oder die Feierlichkeiten möglichst sicher zu gestalten, ist derzeit noch unklar. Im Schlimmsten Fall droht der Abbruch aller Feierlichkeiten.