Besonderes Stadion wird 90: Schalke wie bei Einweihung in Schweinfurt zu Gast

Am Donnerstag, bereits ab 18 Uhr, findet im Sachs-Stadion in Schweinfurt ein Freundschaftsspiel aus Anlass des 90. Geburtstags des Stadions statt. Der heimische 1. FC Schweinfurt empfängt den FC Schalke 04, wie schon bei der Einweihung der Spielstätte im Jahr 1936. Bis heute weist das Sachs-Stadion einige in Deutschland seltene Eigenschaften auf.
Auch bei einem solchen Freundschaftsspiel weit von Gelsenkirchen entfernt ist wieder mit der Anwesenheit zahlreicher Fans von Schalke 04 zu rechnen. Nicht zuletzt viele königsblauen Anhänger, die in der Region leben, werden die Gelegenheit nutzen, ihre Lieblinge mal ohne längere Anreise in Aktion erleben zu können. Dabei werden sie – wie die Heimfans ohnehin stets – in einem durchaus besonderen Stadion das Spiel zwischen dem 1. FC Schweinfurt und dem FC Schalke 04 verfolgen.
Aktuell heißt das Stadion offiziell zwar „Riedel Bau Arena im Sachs-Stadion“, der Sponsorenname wird dabei jedoch weniger selbstverständlich genutzt als im Falle der Veltins-Arena. Meist heißt es bei Erwähnungen nur das „Sachs-Stadion“. Was wiederum erst seit 2021 der Name dieses Stadions ist, das bis dahin seit seiner Eröffnung 1936 nach Willy Sachs benannt war. Damals war wie am Donnerstag der FC Schalke zu Gast, 1936 allerdings als der Topclub Deutschlands schlechthin, wenn man auch den Meistertitel von 1936 kurz zuvor an den 1. FC Nürnberg verloren hatte.

Letztes Pflichtspiel gegeneinander 2020 in Veltins-Arena
DerIndustrielle Willy Sachs hatte der Stadt Schweinfurt die Fläche für das Stadion samt umgebendem Sportpark 1934 gestiftet, auch den Bau des Stadions finanziert und dem 1. FC Schweinfurt das Erstnutzungsrecht aller Einrichtungen erteilt, so lange der Verein bestehen würde. Willy Sachs war aber nicht nur Vater des bekannten Playboys Gunter Sachs, sondern auch eng mit den Nationalsozialisten verstrickt. Dieser lange bekannte Umstand führte erst 2021 zur Umbenennung des Stadions, welches nun nicht mehr ihn als konkrete Person, sondern die historisch gewachsene Verbindung Schweinfurts zur gesamten Sachs-Dynastie würdigt.
Bis in die 1960er Jahre hinein war der Sportpark, in dem sich das Sachs-Stadion befindet, einer der größten in ganz Deutschland. Die Haupttribüne ist dabei im zur Zeit seiner Errichtung verbreiteten Bauhaus-Stil gestaltet, was sie noch heute zu einer Besonderheit macht. Zudem wurden an ihr – ebenfalls als einer der wenigen Haupttribünen in Deutschland – seit ihrer Errichtung noch vor dem Zweiten Weltkrieg keine baulichen Veränderungen vorgenommen. Insofern ist ein Besuch der Partie am Donnerstag auch eine kleine, architektonische Zeitreise für all jene, die im Sachs-Stadion vor Ort sein werden.
Fünfmal waren die beiden Clubs bislang übrigens im DFB-Pokal aufeinandergetroffen, zuletzt beim mühsamen Schalker 4:1 in der ersten Runde 2020, nur zweimal in Ligaspielen. Das einzige Ligaspiel im Sachs-Stadion zwischen Schweinfurt und Schalke fand am 25. August 1990 in der 2. Bundesliga statt. Sieger damals: der FC Schalke 04 mit 1:0, Torschütze Wladimir Ljutyj.