Aufstieg als Kostenfalle? Schalke präsentiert neue Zahlen

Trotz verbesserter Zahlen bleibt die finanzielle Lage des FC Schalke 04 angespannt. Ein möglicher Aufstieg könnte kurzfristig sogar zusätzliche Kosten verursachen und macht weitere Spielerverkäufe nötig.
Der FC Schalke 04 hat seine aktuellen Finanzzahlen vorgelegt – und die zeigen ein ambivalentes Bild: Einerseits stabilisiert sich die wirtschaftliche Lage, andererseits bleibt der Druck hoch. Besonders ein möglicher Aufstieg in die Bundesliga könnte den Klub kurzfristig sogar finanziell belasten. Im ersten Halbjahr der Saison 2025/2026 erwirtschafteten die Königsblauen einen Überschuss von 2,5 Millionen Euro – deutlich weniger als im Vorjahr (6,6 Millionen Euro). Auch der Umsatz ging spürbar zurück, von 95,0 auf 83,5 Millionen Euro. Hauptgrund dafür ist die geringere Anzahl an Großveranstaltungen in der Arena.
Trotzdem bewertet Finanzvorständin Christina Rühl-Hamers die Entwicklung positiv: „Das Ergebnis ist absolut im Rahmen unserer Erwartungen“. Gleichzeitig sieht sie Fortschritte in wichtigen Erlösbereichen. So stiegen die Einnahmen im Sponsoring und Merchandising deutlich an. Rühl-Hamers betont: „Erfreulich ist, dass sich die angekündigte Trendwende im Sponsoring in den Zahlen widerspiegelt“.
Ein zentrales Thema bleibt das negative Eigenkapital, das weiterhin eine große Herausforderung darstellt. Dieses konnte zwar leicht verbessert werden und liegt nun bei -96,6 Millionen Euro, doch die ursprünglich von der Deutschen Fußball Liga geforderte jährliche Verbesserung von fünf Prozent wurde nicht erreicht. Dass dennoch kein Punktabzug droht, liegt an einer neuen Regelung: Neben der Jahresbetrachtung gilt nun auch eine Drei-Jahres-Perspektive.
Schalke weiterhin abhängig von Spielerverkäufen
Für zusätzliche finanzielle Entlastung sorgten unter anderem Transfererlöse sowie strukturelle Maßnahmen im Klub. Dennoch bleibt Schalkes Lage angespannt. Die Nettofinanzverbindlichkeiten stiegen zuletzt auf 116,4 Millionen Euro, und ein nachhaltiger Befreiungsschlag ist weiterhin nicht in Sicht.

Besonders brisant: Ein Aufstieg in die Bundesliga würde kurzfristig sogar neue Kosten verursachen. Prämien für Spieler, Trainerteam und Mitarbeiter sowie zusätzliche finanzielle Verpflichtungen könnten das Ergebnis belasten. Gleichzeitig würde sich langfristig die Einnahmesituation verbessern – etwa durch höhere TV-Gelder.
Doch bis dahin bleibt der Klub auf Transfererlöse angewiesen. Allein aus dem operativen Geschäft lassen sich die finanziellen Ziele nicht erreichen. Auch deshalb dürften Spielerverkäufe weiterhin eine zentrale Rolle in der Strategie spielen. Immerhin zeigt sich Rühl-Hamers mit Blick auf die Lizenzauflagen optimistisch: „Dank unserer Anstrengungen im Gesamtverein werden wir die Eigenkapitalregel der DFL auch für 2025 erfüllen – das gibt uns Sicherheit für die nächste Saison.“