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„HubStevens“ als Schlüssel: Wie Schalke mit KI den Aufstieg plant

Matthias Tillmann und Frank Baumann
Foto: IMAGO

Nach Jahren des Umbruchs setzt Schalke 04 auf künstliche Intelligenz als Schlüssel zum Erfolg. Moderne Datenanalyse soll Transfers, Taktik und Training auf Aufstiegskurs bringen.


Der FC Schalke 04 setzt auf einen radikalen Modernisierungskurs – und rückt dabei künstliche Intelligenz ins Zentrum seiner sportlichen Strategie. Unter der Führung von Vorstandschef Matthias Tillmann hat sich der Zweitligist in den vergangenen Jahren zu einem datengetriebenen Klub entwickelt, der nahezu alle Bereiche mit digitalen Tools unterstützt.

Herzstück dieser Entwicklung ist laut einem Bericht der Sport BILD die interne Plattform „HubStevens“, ein digitales System, das verschiedene KI-Anwendungen bündelt. Dazu zählt vor allem das Scouting-Tool „StatsLibuda“, das tausende Spieler anhand einer eigens entwickelten „Schalke-DNA“ bewertet. Diese basiert unter anderem auf Laufbereitschaft, Pressing-Verhalten und Zweikampfstärke. Spieler unterhalb eines bestimmten Schwellenwerts fallen aus dem Raster, während passende Kandidaten gezielt identifiziert werden.

Wie effektiv dieses System sein kann, zeigte sich etwa beim Transfer von Soufiane El-Faouzi, der laut interner Bewertung hervorragend ins Anforderungsprofil passte und sich sportlich wie finanziell als Gewinn erwies. Gleichzeitig ermöglicht die KI auch ungewöhnliche Entscheidungen – etwa bei Winter-Neuzugang Adil Aouchiche, der eigentlich als „zu gut“ und schwer realisierbar galt, letztlich aber dennoch verpflichtet wurde.

Muslic als Treffer: KI identifiziert den passenden Schalke-Trainer

Die Datenanalyse beschränkt sich längst nicht mehr nur auf Spieler. Inzwischen werden laut Sport BILD auch Trainer anhand ihres Spielstils bewertet. Dabei analysiert die KI unter anderem, wie sich Mannschaften unter einem Coach entwickeln und ob deren Spielweise zur Schalke-DNA passt. So wurde auch Miron Muslic als passender Trainer identifiziert.

Miron Muslic
Foto: IMAGO

Darüber hinaus unterstützt KI den Klub während des laufenden Spielbetriebs. Leistungsdaten werden in Echtzeit ausgewertet, sodass Trainer schon zur Halbzeit detaillierte Einblicke erhalten. Ergänzend erleichtert die Technologie die Videoanalyse, indem Spielszenen automatisch nach bestimmten Kriterien zusammengestellt werden. Auch im medizinischen Bereich kommt KI zum Einsatz: Belastungs- und Gesundheitsdaten werden kombiniert, um Verletzungsrisiken frühzeitig zu erkennen und Trainingssteuerung zu optimieren.

Schalke investierte über eine Million Euro in diese digitale Infrastruktur – mit klarer Zielsetzung: sportlicher Erfolg durch präzisere Entscheidungen. Der Traditionsklub will so nicht nur effizienter arbeiten, sondern sich auch einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil im Aufstiegsrennen sichern.