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„Ein klarer Elfmeter“: Wurde Schalke in Kiel benachteiligt?

Kenan Karaman
Foto: IMAGO

Nach fünf sieglosen Spielen meldet sich Schalke mit einem 2:1-Auswärtssieg in Kiel zurück. Doch eine umstrittene Szene um Kenan Karaman und einen möglichen Elfmeter sorgt für Gesprächsstoff.


Der Jubel über den 2:1-Auswärtssieg bei Holstein Kiel mischte sich bei Kenan Karaman zwischenzeitlich mit Ärger. Kurz vor der Pause bot sich dem Kapitän des FC Schalke 04 die große Chance auf das vorentscheidende 3:0 – doch statt Tor oder Strafstoß gab es nur Diskussionen.

Nach einem geblockten Befreiungsschlag stand Karaman plötzlich frei vor Kiels Schlussmann Jonas Krumrey. Beim Versuch, den Keeper auszuspielen, kam es zum Kontakt, Karaman ging zu Boden. Schiedsrichter Florian Lechner ließ weiterspielen, auch aus Köln kam kein Hinweis. Für den Offensivspieler eine Fehlentscheidung. „Ich finde, dass das ein klarer Elfmeter ist. Der Torwart kommt raus, ich mache einen Haken, er trifft nur mich, berührt mich ganz klar“, schimpfte Karaman nach Abpfiff gegenüber der WAZ.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Schalke allerdings bereits einen wichtigen Schritt aus der Krise gemacht. Nach fünf sieglosen Zweitligapartien gelang im Holstein-Stadion die erhoffte Trendwende. „Aber da so rauszukommen, zeigt, dass die Truppe funktioniert“, betonte Karaman und sprach von einem „enorm wichtigen Auswärtssieg“.

Schalke-Standards als Schlüssel zum Sieg in Kiel

Den Grundstein legten die Königsblauen früh – und zwar mit einer Variante, die unter der Woche gezielt einstudiert worden war. In der 16. Minute brachte Adil Aouchiche eine Ecke scharf in die Mitte, Timo Becker verlängerte per Kopf, Neuzugang Edin Dzeko behielt im Strafraumgewühl die Übersicht und legte für Karaman auf. „Ich stand da vorne beim Torwart, sollte ihn eigentlich blocken. Der Ball kommt perfekt und ich muss nur einschieben. Solche einfachen Tore sind die schönsten“, sagte der Torschütze zu seinem achten Saisontreffer.

Hasan Kurucay
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Auch beim 2:0 nach einer weiteren Aouchiche-Ecke war Dzeko mit einer Kopfballverlängerung beteiligt, ehe Hasan Kurucay vollendete. Die Standards griffen – kein Zufall, wie Karaman erklärte: „Das haben wir unter der Woche so trainiert. Dass es gleich zweimal so super klappt, freut mich für uns.“

Ob Schalke durch die strittige Szene benachteiligt wurde, bleibt Auslegungssache. Klar ist: Der mögliche Strafstoß hätte die Partie wohl früh entschieden. So aber musste Königsblau bis zum Schluss zittern – und durfte dennoch drei immens wichtige Punkte mit nach Hause nehmen.