„Du bist mir auf den Sack gegangen“: Ex-Schalker Jones erklärt legendäres Foul

Der FC Schalke erlebte im Revierderby 2012 einen Moment, der bis heute Kultstatus genießt. Jermaine Jones erklärt nun offen, warum er Kevin Großkreutz damals kompromisslos von den Beinen holte.
Vier Revierderbys, große Rivalität – und eine Szene, die bis heute nachhallt. Rund 14 Jahre nach dem hitzigen Derby zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund haben Jermaine Jones und Kevin Großkreutz ihre legendäre Begegnung noch einmal aufgearbeitet – und dabei Klartext gesprochen.
Im Derby am 14. April 2012 führte Dortmund auf Schalke mit 2:1, als Jones in der 83. Minute kompromisslos zur Grätsche ansetzte und Großkreutz nahe der Eckfahne vor der Nordkurve von den Beinen holte. Gelb – mehr gab es nicht. Für viele Fans der Königsblauen war genau das der Moment, der trotz der Niederlage Jubel auslöste.
Im Podcast Viertelstunde Fußball erklärte Jones nun offen, was ihn damals antrieb. „Du bist mir einfach auf den Sack gegangen!“, sagte der frühere Schalke-Kämpfer zu Großkreutz. Der Dortmunder habe mit seiner Art die Fans provoziert – und weil diese nicht eingreifen konnten, habe er es übernommen: „Ok, jetzt gehst du dahin, haust den weg und nimmst die Gelbe Karte mit.“ Eine Verletzungsabsicht verneinte Jones ausdrücklich: „Ich wollte dich damit nicht verletzten.“
Die Szene steht sinnbildlich für die Intensität der Derbys jener Zeit. Großkreutz, damals das Feindbild vieler Königsblauer, nahm die Aktion im Rückblick gelassen. Jones wiederum betonte, dass solche Spiele „dreckig“ gewesen seien – genau das habe den Reiz ausgemacht.
Jones lobt Schalke-Trainer Muslic
Auch abseits dieses Derbys blieb Jones’ Karriere von Grenzsituationen geprägt. Er sprach offen über einen Tritt gegen Marco Reus im Dezember 2011, der ihm eine nachträgliche Sperre einbrachte. Sein Fazit dazu fällt selbstkritisch aus: „Klar kann man von außen sagen: Das ist ein Schweinehund, das gehört sich nicht.“
Heute ist der inzwischen 44-Jährige in einer anderen Rolle unterwegs. Nach rund zehn Jahren in den USA lebt Jones wieder in Deutschland und sammelt Erfahrungen auf dem Weg zum Trainerjob. Alle Lizenzen habe er absolviert, zuletzt hospitierte er beim Schalker Coach Miron Muslic. Jones sieht in dessen Arbeit den Schlüssel für die aktuelle Stabilität der Königsblauen: Ruhe, Maloche, Einsatz. „Dann verzeihen dir die Fans alles“, so seine Überzeugung.
Die alte Rivalität ist derweil abgekühlt. Jones und Großkreutz verstehen sich heute gut – und blicken mit einem Schmunzeln auf eine Zeit zurück, in der das Revierderby vor allem eines war: kompromisslos.