Trotz knapper Kasse: Wie Schalke sich fünf Neuzugänge leisten konnte

Der FC Schalke 04 überraschte im Winter mit fünf Neuzugängen trotz knapper Kasse. Sportvorstand Frank Baumann erklärt, welche Faktoren den finanziellen Spielraum möglich machten.
Fünf Neuzugänge im Winter, obwohl der finanzielle Spielraum begrenzt schien – beim FC Schalke 04 sorgte die Transferphase für Verwunderung. Sportvorstand Frank Baumann erklärte nach dem Deadline Day detailliert, warum die Königsblauen dennoch handlungsfähig waren.
Zunächst stellte Baumann klar, dass die Transfers finanziell überschaubar blieben. Lediglich für Dejan Ljubicic wurde eine Ablösesumme fällig, rund 750.000 Euro zahlte Schalke. Für den nach Anderlecht gewechselten Ersatzkeeper Justin Heekeren erhielt der Klub sogar eine kleine Entschädigung. „Finanziell haben ein paar Punkte dafür gesprochen, dass wir was machen können“, sagte Baumann.
Der wichtigste Faktor sei jedoch ein unangenehmer gewesen. „So tragisch die Verletzungen sportlich sind, sie haben uns einiges an Gehalt eingespart“, erklärte der Sportvorstand. Nach sechs Wochen greift bei Langzeitverletzten das Krankengeld, die Berufsgenossenschaft übernimmt die Zahlungen. Länger ausgefallen waren oder sind unter anderem Bryan Lasme, Tomas Kalas und Henning Matriciani – allesamt Spieler aus der oberen Hälfte der Schalker Gehaltsstruktur.
Baumann erklärt Schalkes Winter-Transfers

Hinzu kamen positive Entwicklungen abseits des Platzes. Im Sponsoring liege der Klub „über Plan“, im Merchandising sei man „schon vor der Verpflichtung von Edin Dzeko auf einem guten Weg“ gewesen. Auch diese Mehreinnahmen hätten zusätzlichen Spielraum geschaffen.
Ein weiterer Baustein war die im vergangenen Jahr platzierte Anleihe. Die 90 Millionen Euro hätten laut Baumann dazu beigetragen, „dass ein bisschen mehr möglich war, als es im November absehbar war“. In diesem Zusammenhang lobte der Sportvorstand ausdrücklich seine Vorstandskollegen Christina Rühl-Hamers und Matthias Tillmann.
Unterm Strich war es also kein einzelner Hebel, sondern eine Kombination aus Einsparungen, Mehreinnahmen und günstigen Transferstrukturen. Schalke nutzte diese Rahmenbedingungen, um den Kader im Winter gezielt zu verstärken – ohne die eigenen finanziellen Leitplanken zu verlassen.