Schalke News

„Ein spannender Verein“: Darum platzte der Schalke-Deal mit Kahn

Oliver Kahn
Foto: IMAGO

Der FC Schalke stand 2009 kurz davor, mit Oliver Kahn einen der größten Namen des deutschen Fußballs als Manager zu verpflichten. Doch ein geplatztes Geheimtreffen und Kahns eigene Zweifel verhinderten den spektakulären Coup.


Ein Gedankenspiel, das heute fast surreal wirkt: Oliver Kahn als Manager beim FC Schalke 04. Doch genau dieses Szenario stand im Sommer 2009 kurz vor der Umsetzung. Nur ein Jahr nach dem Ende seiner aktiven Karriere führte der damalige Schalker Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies ernsthafte Gespräche mit der Torwart-Legende – letztlich jedoch ohne Erfolg.

Ausgangspunkt war die sportlich unruhige Phase der Königsblauen. Nach der Trennung von Manager Andreas Müller und Trainer Fred Rutten suchte Schalke nach einem neuen starken Gesicht für die sportliche Führung. Tönnies hatte dabei einen ungewöhnlichen Plan. „Ich habe gesagt, wir machen jetzt auf Schalke was Verrücktes“, enthüllte er kürzlich in der Sky-Sendung Triple. Die Idee: Kahn sollte als prägende Persönlichkeit Verantwortung übernehmen, obwohl er erst seit kurzer Zeit nicht mehr aktiv spielte.

Die Gespräche waren bereits weit fortgeschritten, ein geheimes Treffen in Rheda-Wiedenbrück geplant. Doch ausgerechnet diese Geheimhaltung wurde dem Vorhaben zum Verhängnis. Kahn checkte in einem Hotel ein und drehte eine Laufrunde durch den Stadtpark – offenbar nicht unbemerkt. „Das war der Fehler“, sagte Kahn später mit einem Lachen und ergänzte: „Aber ich hatte noch eine Mütze auf!“

Schalke und Oliver Kahn verhandelten ernsthaft

Trotz der Panne waren die Gespräche inhaltlich ernsthaft. „Es war beiderseits sehr ernsthaft. Ich habe mir schon intensiv Gedanken gemacht“, betonte Kahn. Am Ende überwogen jedoch seine Zweifel. Der frühere Nationaltorhüter fühlte sich noch nicht bereit für eine operative Rolle im Management. „Ich war erst ein Jahr aus dem Fußballgeschäft raus“, erklärte er und machte deutlich, dass der Abstand zum aktiven Spielerleben für einen solchen Job noch zu gering war.

So zerschlug sich der Plan, und Schalke entschied sich stattdessen für Felix Magath, der Trainer und Manager in Personalunion wurde. Kahn selbst schlug zunächst einen anderen Weg ein, arbeitete unter anderem als TV-Experte, bevor er Jahre später beim FC Bayern München in den Vorstand eintrat und zeitweise Vorstandsvorsitzender wurde.

Ganz abgeschlossen scheint das Kapitel Schalke für Kahn dennoch nicht zu sein. Der Verein habe ihn damals gereizt, sagte er rückblickend – „Schalke ist ein spannender Verein“. Ein Satz, der zeigt, wie nah ein Kapitel Bundesliga-Geschichte daran war, ganz anders geschrieben zu werden.