Nach Schalke-Kritik: Felix Kroos kassiert Pfiffe – und Toni legt nach

Der FC Schalke 04 steht zwar an der Tabellenspitze, doch nicht alle glauben an den Aufstieg. Felix Kroos äußert Zweifel – und erntet dafür heftige Reaktionen der Fans sowie einen spitzen Kommentar von Bruder Toni.
Felix Kroos hat sich mit einer sportlichen Einschätzung zum FC Schalke 04 viel Ärger eingehandelt. Der frühere Profi und heutige TV-Experte zweifelte zuletzt öffentlich an den Aufstiegschancen der Königsblauen – und bekam die Reaktion der Fans in Berlin unmittelbar zu spüren.
Beim Zweitliga-Topspiel zwischen Hertha BSC und FC Schalke 04 (0:0) war Kroos für RTL im Einsatz. Der Weg zum Arbeitsplatz führte direkt an der Schalke-Kurve vorbei. „Da gab es natürlich ein gellendes Pfeifkonzert, als ich da lang gelaufen bin und auch die ein oder andere Beleidigung“, schilderte Kroos später im Podcast Einfach mal Luppen.
Auslöser für die Wut der Fans war eine klare Prognose des 34-Jährigen. Trotz Tabellenführung sieht Kroos Schalke spielerisch limitiert. „Mir fehlt die Fantasie, was sie rein fußballerisch über ihre Abwehrstärke hinaus entwickeln können“, sagte er vor dem Spiel und legte nach: „Ich rechne damit, dass sie in der Rückrunde einbrechen werden. Schalke wird nicht aufsteigen.“
Im gemeinsamen Podcast nahm Bruder Toni Kroos die Steilvorlage dankend auf – und brachte Felix mit einer spitzen Nachfrage in Bedrängnis. „Seid ihr mit Union nicht genauso aufgestiegen?“, fragte der Weltmeister von 2014 mit Blick auf den Bundesliga-Aufstieg von Union Berlin im Jahr 2019.
Zu wenig Torgefahr: Felix Kroos kritisiert Schalkes Offensive
Felix Kroos, damals selbst Teil des Union-Kaders, räumte ein: „Wir haben sicher nicht die Sterne vom Himmel gespielt in der Aufstiegssaison.“ Dennoch sieht er deutliche Unterschiede. Schalke habe aus seiner Sicht deutlich weniger Offensivdurchschlagskraft, während Union damals mehr Tore erzielt und mehr Chancen herausgespielt habe.
Ein Blick auf die Zahlen untermauert zumindest einen Teil der Argumentation: Schalke kommt in der laufenden Saison auf 22 Tore nach 18 Spielen – weniger als mehrere Teams aus dem Tabellenkeller. Gleichzeitig sprechen nur zehn Gegentore für eine stabile Defensive.
Trotz aller Kritik betont Felix Kroos, dass er Schalke nicht schlechtreden wolle. „Ich will das gar nicht extrem schlechtreden. Sie sind Erster“, sagte er. Sollte der Traditionsklub am Ende doch den Sprung in die Bundesliga schaffen, kündigte er an: „Wenn es doch so ist, bin ich der Erste, der gratuliert.“