S04-Keeper Karius spricht Klartext: Normalerweise defensiv ruhiger

Besser geht es nicht. Was immer die Profis von Hertha BSC auch versuchten, Loris Karius war stets zur Stelle. Wenn es sein musste, stürmte der 32 Jahre alte Schlussmann des FC Schalke 04 auch weit aus seinem Tor. Vor allem der Nummer eins ist es zu verdanken, dass der Revierklub mit wenigstens einem Punkt aus Berlin heimkehrte.
Zum bereits zehnten Mal in dieser Saison hielt Karius sein Tor sauber. Ein Extralob erhielt der 1,91-Meter-Hüne von seinem Trainer. „Loris hat uns das Spiel gerettet, diese Leistung zeigt er aber schon seit sechs, sieben Monaten“, schwärmt Miron Muslić (43) auf der Website des Vereins. Auch Kenan Karaman (31) zeigt sich begeistert von seinem Keeper, nimmt aber auch die Mannschaft in die Verantwortung: „Wir haben den besten Torhüter der Liga, dürfen ihn aber nicht so alleine lassen.“
Sieben Schüsse der Berliner fanden den Weg auf das Schalker Tor. Doch am Ende stand die Null. Karius war stets zur Stelle. Obgleich stolz auf die eigenen Paraden, weist der S04-Schlussmann jedoch auf die wenig überzeugende Darbietung des Teams hin. „Mir wäre es lieber gewesen, wir würden die Schalker Leistung und nicht bloß meine eigene feiern“, resümiert der gebürtige Biberacher. Seinen Kollegen gelang in 90 Minuten plus Nachspielzeit nicht ein einziger Torschuss.
„Ein bisschen wenig von uns“
„Leider war das ein bisschen wenig von uns“, kritisiert Karius. Zwar hätten die Berliner „natürlich gut gespielt, aber zu so einem Spiel gehören immer zwei Mannschaften“. Schalke dagegen hätte „es nicht gut gemacht“. Die Abwehr, sonst ein solides Bollwerk, sei „überraschend offen“ gewesen. Und weiter: „Normalerweise ist es defensiv ruhiger bei uns.“ Doch beim 0:0 in Berlin sei viel auf seinen Kasten gekommen, „auch teils brenzlige Situationen“.
In dieser Saison hat sich gerade die Innenverteidigung in der Regel bewährt und vieles abgefangen, bevor Karius überhaupt zum Eingreifen gezwungen war. „Als letzte Instanz ist es mein Job, aber die Jungs vor mir haben mir auch schon oft genug geholfen“, erinnert der Torsteher. Aber diesmal sei er „froh, dass ich der Mannschaft helfen konnte“.
Mit 38 Punkten behauptet sich Königsblau weiterhin an der Spitze der 2. Bundesliga. Doch Karius stellt das nicht zufrieden. „Es geht nicht um die Tabellenposition“, betont der 32-Jährige, sondern „um unsere eigenen Ansprüche“.