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„Unser Kurs bleibt klar“: Schalke löst Kredite vorzeitig ab

Christina Rühl-Hamers
Foto: IMAGO

Nach der erfolgreichen Platzierung einer neuen Anleihe hat Schalke 04 zwei landesverbürgte Kredite vorzeitig zurückgezahlt. Das schafft Luft, ist aber offenbar vor allem eine Umschuldung.


Der FC Schalke 04 hat zwei vom Land Nordrhein-Westfalen verbürgte Kredite vorzeitig zurückgezahlt und damit einen weiteren Schritt in Richtung finanzieller Stabilisierung gemacht. Möglich wurde das durch die neue Unternehmensanleihe 2025/2030, die dem Verein ein Volumen von 90 Millionen Euro einbrachte.

Mit den Mitteln tilgte Schalke sowohl den Konsortialkredit für das Infrastrukturprojekt Berger Feld als auch das in der Corona-Pandemie aufgenommene Notdarlehen. Beide Verbindlichkeiten wären ursprünglich noch mehrere Jahre gelaufen, wurden nun aber deutlich früher abgelöst.

Für Finanzvorständin Christina Rühl-Hamers ist die Maßnahme ein wichtiges Signal in Richtung Konsolidierung. „Die Umfinanzierung verschafft uns deutlich mehr Planungssicherheit und Handlungsspielraum“, sagte sie. Zugleich bekräftigte sie die strategische Linie des Vereins: „Unser Kurs bleibt klar: Wir wollen bestehende Verbindlichkeiten Schritt für Schritt abbauen und damit die Grundlage für nachhaltigen sportlichen und finanziellen Erfolg legen.“

Der größere der beiden Kredite stammt aus dem Jahr 2018. Damals hatte Schalke für das sogenannte „Zukunftsprojekt Berger Feld“ einen durch das Land NRW abgesicherten Konsortialkredit über 56 Millionen Euro aufgenommen.

Rühl-Hamers stellt klar: Schalke-Kredite kein Steuergeld

Nach pandemiebedingten Einbrüchen und sportlichen Rückschlägen stoppte der Klub jedoch 2021 die zweite Bauphase des Projekts. Die Kreditsumme wurde auf 13,5 Millionen Euro reduziert, zuletzt betrug die Restschuld noch 10,5 Millionen Euro – nun ist sie vollständig beglichen.

Rühl-Hamers nutzte die Gelegenheit, um mit einem Missverständnis aus der Vergangenheit aufzuräumen. „Entgegen damaliger Berichterstattung haben die landesbesicherten Darlehen den Steuerzahler kein Geld gekostet“, stellte sie klar. „Im Gegenteil: Über Jahre hinweg haben wir Bürgschaftsgebühren an das Land entrichtet.“ Für den Verein sei es entscheidend gewesen, die staatlichen Sicherheiten nicht länger als nötig in Anspruch zu nehmen.

Über die reine Rückzahlungs-Meldung hinaus liefert die WAZ zusätzliche Einordnung. So weist die Zeitung darauf hin, dass die neue Anleihe zwar kurzfristig Liquidität verschafft, faktisch aber keinen Schuldenabbau, sondern vor allem eine Umschuldung bedeutet. Zudem fallen für die Investoren jährliche Zinsen in Höhe von 6,5 Prozent an. Auch ist bislang offen, wie die nach den Rückzahlungen verbleibenden Millionen eingesetzt werden sollen.