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Becker zurück, Ayhan gesetzt? Schalkes neue Abwehr-Dynamik

Timo Becker
Foto: IMAGO

Timo Becker ist wieder fit, Mertcan Ayhan überzeugt als Stammkraft. Schalke steht vor einer wichtigen Abwehr-Entscheidung.


Kurz vor der Winterpause meldete sich beim Herbstmeister eine wichtige Personalie zurück: Timo Becker feierte sein Comeback nach einem Innenbandriss im Knie. Gegen Nürnberg und Braunschweig sammelte der Vize-Kapitän erste Minuten. Damit stellt sich für die Rückrunde eine zentrale Frage: Wie ordnet Trainer Miron Muslic die Abwehr neu?

Denn in Beckers Abwesenheit nutzte Eigengewächs Mertcan Ayhan seine Chance. Der 19-Jährige fügte sich in der Dreierkette an der Seite von Nikola Katic und Hasan Kurucay nahtlos ein. In zehn Liga-Startelfeinsätzen mit Ayhan verlor Schalke nur zwei Spiele und holte sieben Siege. Insgesamt kassierten die Königsblauen in der Hinrunde lediglich zehn Gegentore.

Muslic lobte dessen Entwicklung nach dem Jahreswechsel ausdrücklich und stellte zugleich klar, welchen Stellenwert Becker besitzt. Der Trainer ordnet den Rückkehrer in die Kategorie seiner Schlüsselspieler ein und betonte intern, wie wichtig dessen Qualitäten für Mannschaft und Klub seien. Becker selbst gibt sich nach der Verletzung zurückhaltend und verweist darauf, dass er dem Trainer vor allem seine volle Einsatzfähigkeit beweisen müsse.

Schalke künftig mit Becker und Ayhan in der Startelf?

Die Debatte ist deshalb so brisant, weil die rechte Seite im Muslic-System bislang die größte Baustelle war. Mika Wallentowitz, Christopher Antwi-Adjei, Finn Porath und Adrian Gantenbein kamen dort zum Einsatz. Bis auf Gantenbein konnte sich keiner dauerhaft festspielen. Der Schweizer war in den vergangenen Wochen allerdings auch verletzungsbedingt raus und muss sich nun dem Konkurrenzkampf mit „Performance Player“ Becker und Toptalent Ayhan stellen.

Hier eröffnet sich eine Lösung, die beide Leistungsträger auf dem Platz hält. Becker bringt das passende Profil für die rechte Seite mit. In seiner Karriere absolvierte er 104 Spiele als rechter Verteidiger oder rechter Mittelfeldspieler und steuerte dabei acht Tore und sieben Vorlagen bei. Besonders in der Aufstiegssaison und der darauffolgenden Bundesliga-Saison war Becker für Holstein Kiel als Schienenspieler absoluter Leistungsträger.

In dieser Saison wurde er mit bis zu 34,5 km/h gemessen – nur 0,5 km/h weniger als Gantenbein. Ayhan erreichte hingegen maximal 33,8 km/h und spielte rechts außen bislang nur viermal in der Jugend. Das Szenario liegt nahe: Ayhan könnte rechter Innenverteidiger bleiben, Becker auf die rechte Schiene rücken und Gantenbein den Konkurrenzkampf beleben. Eine Lösung, die Stabilität und Tempo vereint und Schalkes „Luxusproblem“ lösen könnte. Zudem ist Becker nicht zwingend die offensivschwächere Alternative zu Gantenbein. Der Schweizer überzeugt mit starkem Pressing und tollen Rettungstaten, kommt aber bisher in 14 Saisonspielen auf keine Torbeteiligung.