Frank Baumanns Wintertransfers im Check: Seine Bilanz aus Bremen

Vor seinem ersten Wintertransferfenster auf Schalke lohnt sich der Blick auf Frank Baumanns Winter-Bilanz bei Bremen.
Seit dem 01.06.2025 verantwortet Frank Baumann die sportlichen Geschicke der Königsblauen. Zuvor prägte er über viele Jahre die Transferpolitik von Werder Bremen. Dort war er nach seiner Spielerkarriere seit 2010 als Funktionär tätig und von 2016 bis 2024 als Geschäftsführer Sport maßgeblich an den Transfers beteiligt.
Die aktuelle Ruhe auf dem Schalker Transfermarkt bietet Anlass, einen Blick auf seine Wintertransferfenster in Bremen zu werfen, um herauszufinden, was die Schalker Fans im Winter erwarten können.
Das ereignisreichste Wintertransferfenster Baumanns in den vergangenen Jahren war in der Saison 2023/24. Damals verpflichtete Bremen den Argentinier Julián Malatini für zwei Millionen Euro. Der Innenverteidiger zeigte gute Anlagen, schaffte es bislang aber nicht über die Rolle eines Rotationsspielers hinaus.
Hinzu kam die Leihe von Skelly Alvero für 250.000 Euro. Das Talent von Olympique Lyon wurde im darauffolgenden Sommer für knapp fünf Millionen Euro fest verpflichtet und war zum damaligen Zeitpunkt Bremens teuerster Neuzugang seit über fünf Jahren. Sportlich blieb der erhoffte Durchbruch aus, Alvero steht inzwischen vor dem Abschied. Ob die Entscheidung, die Kaufoption zu ziehen, noch Baumann oder bereits seinem Nachfolger Clemens Fritz zuzuschreiben ist, bleibt offen. Mit Isak Hansen-Aarøen folgte ein drittes Talent im Winter. Der junge Norweger kam für rund 250.000 Euro von Manchester Uniteds U21, konnte die hohen Erwartungen bisher nicht erfüllen.
Ein Jahr zuvor, im Winter 2022/23 nach dem Wiederaufstieg, beschränkte sich Baumann auf eine Leihe von Maximilian Philipp. In der Zweitliga-Saison 2021/22 sowie im Winter 2020/21 verzichtete Bremen komplett auf externe Neuzugänge und verlieh stattdessen Talente.
Was bedeutet das für Schalke?
Die Bilanz zeigt: Baumann war bisher kein Manager für spektakuläre Winter-Offensiven oder hektische Deadline-Day-Aktionen. Wichtig ist dabei die Einordnung, dass Transfers selten allein auf seinen Wunsch zurückzuführen sind, sondern häufig aus dem Zusammenspiel mit Trainern und Scouting entstanden. Zudem hatte er nie viel Budget zu Verfügung und der Wiederaufstieg Bremens sowie die Entwicklung zur Bundesliga-Mittelfeldmannschaft geben ihm recht.
Trotz dieser Bilanz deutet für Schalke dennoch vieles auf Bewegung hin. Nach Informationen von Sky wollen die Königsblauen im Winter aktiv werden. Mindestens eine Neuverpflichtung ist geplant, möglicherweise sogar zwei, da Budget aus dem Sommer vorgezogen werden soll. Der Fokus liegt klar auf der Offensive, mit 22 geschossenen Toren ist diese ausbaufähig.
Auch der Blick auf das Sommertransferfenster Baumanns gibt trotz der Bremen-Fehleinkäufe von 2023/24 Grund zum Optimismus. Schließlich waren die Neuzugänge um Soufiane El-Faouzi, Nikola Katic, Timo Becker und Hasan Kurucay echte Königstransfers.