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Heute vor 20 Jahren: Schalke muss trotz 9/11-Anschlägen spielen

Veltins Arena
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Die älteren Fans werden sich an jenes seltsame Treiben erinnern, dass die UEFA mit dem FC Schalke 04 am 11. September 2011 veranstaltete. Trotz der Terror-Anschläge in New York, im Pentagon und in Pennsylvania am selben Tag musste S04 am Abend gegen Panathinaikos Athen antreten – unter gespenstischer Stille in der gerade erst eröffneten Arena.

Daran erinnert sich auch Uwe Dietz für die Sportschau, zusammen mit dem damaligen Schalke-Coach Huub Stevens. Der Journalist hatte nach den Bildern und Berichten aus den USA fest mit einer Absage der für den Abend angesetzten Partie in der Champions League gerechnet. Statt sich mit zu erwartenden Aufstellungen zu beschäftigen oder überhaupt mit Vorberichten zu dem ersten Auftritt von Schalke 04 in der Champions League überhaupt, versuchte Dietz, auf Schalke jemanden zu erreichen. Dies allerdings allein deshalb, um sich die für ihn selbstverständliche Absage der Partie bestätigen zu lassen.

Doch so kam es bekanntlich nicht. Die UEFA ließ sich – zunächst – nicht beirren und ließ die beiden Teams antreten. Auf Schalke verzichtete man auf ein Vorprogamm, auch die Fans sparten sich ihre sonst so lauten Gesänge. Überall war das Entsetzen in der Arena greifbar, das immer noch vorherrschende Unverständnis und nicht zuletzt auch bereits große Trauer. Ein Fußballspiel konnte nur wenige Stunden nach einem derartigen einzigartigen wie schrecklichen Ereignis keine Bedeutung mehr entfalten.

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Gedenkminute vor dem Anstoß am 11. September 2011

Und so erinner sich auch die WAZ vornehmlich weder an Spielverlauf noch an Ergebnis, sondern an die „Stille in der Arena“.

Schalke verlor die Partie durch zwei späte Gegentore mit 0:2, doch das interessierte an diesem Abend zumindest von den Medien niemanden mehr. Auch in den Interviews nach Abpfiff war der Fußball kein Thema, zumindest nicht in seinen Details. Vielmehr stand die Frage im Raum, wieso die UEFA an einem solchen Tag nicht die nötige Pietät aufbrachte, dieses – und sieben weiteren, auch Borussia Dortmund musste bei Dynamo Kiew antreten – nicht abzusagen. Immerhin: die für den nächsten Tag angesetzten übrigen acht Partien wurden dann tatsächlich verschoben. Für 50.000 Zuschauer und alle sportlich Beteiligten auf Schalke aber kam diese Entscheidung zu spät.