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S04-Torwartlegende Nigbur: „Abstieg begann schon 2018“

In Zeiten der Krise werden viele Stimmen laut, manche mit mehr Sachverstand und manche mit weniger. Norbert Nigbur, lange Jahre Torhüter auf Schalke, hat zumindest selbst 17 Jahre in der Bundesliga gespielt. Für ihn begann der möglicherweise heute Abend feststehende 4. Abstieg des FC Schalke 04 bereits im Jahr 2018.

Als man damals Vizemeister geworden war, habe man die falschen Schlüsse aus diesem sportlichen Erfolg gezogen. Zuallererst nennt Nigbur die unnötige Trennung vom damaligen Kapitän Benedikt Höwedes. Diesen habe Trainer Domenico Tedesco „rasiert“, weil er nicht mit Stars zurecht gekommen sei. Und wer das nicht könne, sei nach Ansicht von Nigbur auch kein guter Trainer. Dass man überhaupt Vizemeister wurde, so viel Glück könne man eigentlich nicht haben.

Aktuell gelte es, sich der Situation völlig bewusst zu werden. Nigbur, der selbst 1981 mit Schalke ab-, aber auch wieder aufgestiegen war, mahnt, dass die gegenwärtige Mannschaft auch in der 2. Bundesliga keine Chance hätte, um den Aufstieg mitzuspielen. Man habe einen „schweren Gang vor sich, wenn man den Schalter nicht umlegt“. Genau dafür aber mangele es im Club an sportlicher Kompetenz.

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Nigbur: Anfang vom Ende war 2018

Wenn man nun nicht an den entscheidenden Stellen sportliche Kompetenz installiere, um eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen, fange „der gleiche Mist wieder von vorne an“ – nur eben eine Liga tiefer. Ob er dem gegenwärtigen Sportvorstand Peter Knäbel diese wichtige Aufgabe nun zutraut oder nicht, darüber lässt sich Nigbur nicht aus. Immerhin ist der 72-Jährige aber jemand, der klar vor Augen hat, wie schwierig die Aufgabe des direkten Wiederaufstiegs werden wird. Dabei wird hinter den Kulissen zweifelsohne bereits sehr intensiv am Kader für die kommende Saison gebastelt. Von wenigen Ausnahmen abgesehen dürfte man kaum noch Gesichter aus der aktuellen Saison auch nächste Saison in der 2. Liga in Königsblau sehen.