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McKennie vor Sperre? Floyd-Spruchband könnte zum Problem werden

Weston McKennie
Foto: Frederic Scheidemann/Bongarts/Getty Images

In den USA toben Aufstände wegen eines Todesfalls durch die Hände der Polizei. Der Schwarze George Floyd war in Polizeigewahrsam zu Tode gekommen, die POC in den USA sind entrüstet. Auch in der Bundesliga zeigten einige dunkelhäutige Spieler Solidarität, unter anderen der Schalker Weston McKennie. Das könnte nun ein Nachspiel für McKennie haben.

Weston McKennie hatte sich während des Spiels des FC Schalke 04 gegen Werder Bremen mit einem Armband um den Bizeps präsentiert. Darauf nutzte er den Slogan, der gerade allgemein in Gebrauch ist, um Aufklärung und Gerechtigkeit für den verstorbenen George Floyd zu fordern: „Justice for George Floyd“.

Zwar erhielt er von vielen Seiten Lob für seine Solidarität, keineswegs eine Selbstverständlichkeit im Falle von oft als unmündig gescholtenen Profifußballern. So auch vom Club selbst sowie Schalker und vielen neutralen Fußballfans in Deutschland.

Dennoch droht McKennie für diese Aktion nun Ärger. Denn in der Bundesliga sind jegliche politische Botschaften durch die Spieler verboten. Das ist klar in den Bestimmungen der DFL und des DFB geregelt, denen sich natürlich auch der FC Schalke 04 unterworfen hat. Mögliche Sanktion könnte nun eine Geldstrafe oder sogar eine Spielsperre für Weston McKennie sein.

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Weitere BL-Spieler schlossen sich Solidaraktion an

Tatsächlich hat sich der DFB auch schon zu diesem Thema gemeldet: „Der Kontrollausschuss des DFB wird sich im Laufe der nächsten Tage dieser Angelegenheit annehmen und den Sachverhalt prüfen“, bestätigte der Vorsitzende des Gremiums. Jochen Schneider erklärte daraufhin die Unterstützung des Clubs für die Solidaraktion von Westen McKennie – man stehe zu „einhundert Prozent“ hinter der Haltung seines Spielers.

Und tatsächlich darf Weston McKennie möglicherweise auf Milde hoffen. Zwar haben DFB und DFL das Verbot politischer Botschaften keineswegs aufgeweicht. In vergleichbar gelagerten Fällen ließ man in den letzten Jahren jedoch meistens Milde walten und beließ es bei einer Ermahnung sowie einem Verweis auf die Einhaltung des Verbots.

Dass sich nach Weston McKennie auch Marcus Thuram von Borussia Mönchengladbach und Jadon Sancho von Borussia Dortmund am Sonntag mit ähnlichen Botschaften präsentierten, dürften die Chancen von Weston McKennie in diesem Fall noch einmal erhöhen. Einen denkbaren Eklat wegen einer Strafe für derartige Solidarität gegen Polizeigewalt wird sich die DFL in der aktuellen Lage ohnehin nur ungerne leisten wollen. Dennoch ist noch keine Entscheidung gefallen.