Ndiaye-Leihe nimmt Fahrt auf: Platzt Schalkes Gosens-Deal?

Anderlecht kommt Schalke bei Moussa Ndiaye plötzlich entgegen. Gibt es eine S04-Welt mit Gosens und Ndiaye oder platzt der Gosens-Deal?
Laut Sky ist der RSC Anderlecht einen großen Schritt auf Schalke zugekommen und bietet den Königsblauen nun doch einen erneuten Leih-Deal inklusive Kaufoption für Moussa Ndiaye an. Zuvor hatten die Belgier den 24-Jährigen nur verkaufen wollen, eine Ablöse von vier bis fünf Millionen Euro war für Schalke jedoch nicht zu stemmen. Die eigentlich interessante Frage ist aber, was diese Entwicklung für Robin Gosens bedeutet. Denn beide spielen auf derselben Position, und beide sind derzeit ernsthaft im Gespräch mit den Königsblauen.
Die Profile der beiden Spieler unterscheiden sich dabei deutlich. Ndiaye, 24 Jahre alt, ist defensiv verlässlicher und passt am besten in eine Viererkette. Eine Leihe mit anschließender Kaufoption wäre für Schalke auch finanziell attraktiv, schließlich könnte man ihn nach starken Saisons mit Gewinn weiterverkaufen.
Gosens hingegen, 32 Jahre alt und bekennender Schalke-Fan, entfaltet sein bestes Spiel in einer Dreier- oder Fünferkette und ist vor allem offensiv eine Waffe. Dass er seit Kindertagen Schalke-Fan ist, macht seinen Transfer romantisch reizvoll und seine Erfahrung könnte zum Pfund im Abstiegskampf werden.
Was bedeutet die Ndiaye-Entwicklung für Becker, Donkor und Dzeko?
Für Vitalie Becker, dessen Vertrag nach der kommenden Saison ausläuft, wäre Ndiaye vermutlich die größere Bedrohung als Gosens. Mit einem 32-Jährigen auf der linken Seite hätte Becker als junger Spieler die Möglichkeit von Gosens zu lernen und diesen peu à peu abzulösen. Mit Ndiaye, der vier Jahre jünger ist, würde sich die Frage stellen, ob Becker überhaupt noch eine Zukunft auf Schalke hat. Becker hat bisher kein Angebot zur Verlängerung angenommen und Schalke hat in diesem Sommer die letzte Möglichkeit, noch eine Ablöse für ihn zu erzielen.

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt, der bislang wenig Beachtung gefunden hat. Ndiaye ist bereits bestens in die „French Connection“ um Moussa Sylla, Bryan Lasme, Christian Gomis und Adil Aouchiche integriert. Gosens hingegen könnte ein entscheidender Faktor bei der Dzeko-Verlängerung sein, da die beiden sich aus gemeinsamen Zeiten bei Inter Mailand und der AC Florenz kennen und schätzen.
Beide gleichzeitig zu holen erscheint unrealistisch. Als Aufsteiger bündelt man selten so viel Gehalt auf einer einzigen Position, und die zähen Verhandlungen um Eric Junior Dina Ebimbe zeigen, dass das Geld bei Schalke nicht locker sitzt.
Anton Donkor, für den Interesse aus der Türkei und Griechenland bestehen soll, könnte durch seinen Abgang Gehalt freimachen.