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S04-Mediendirektor Siekmann über „Pastor Knäbel“ und Dzeko

Peter Knäbel und Marc Siekmann
Foto: IMAGO

Schalkes Mediendirektor Marc Siekmann sprach im Sky-Podcast „Schalker Markt“ über kuriose Momente und die Auswirkungen des Dzeko-Transfers.


Marc Siekmann steht beim FC Schalke 04 normalerweise nicht im Rampenlicht. Als Mediendirektor arbeitet er meist im Hintergrund. Im Sky-Podcast „Schalker Markt“ gewährte der 33-Jährige nun jedoch ungewöhnlich offene Einblicke in seine Arbeit bei den Königsblauen und blickte dabei auf einige der turbulentesten Jahre der Vereinsgeschichte zurück.

Besonders seine ersten Monate auf Schalke sind Siekmann bis heute präsent. Im Sommer 2020 wechselte er zum Revierklub und erlebte unmittelbar die wohl schwierigste Phase der jüngeren Vereinsgeschichte. Die Corona-Pandemie, finanzielle Sorgen, der Bundesliga-Abstieg und eine historische Negativserie mit fünf Trainern in einer Saison hinterließen Eindruck.

„Es kann doch nicht wahr sein“, beschrieb Siekmann rückblickend seine Gedanken während der beinahe endlosen Krise des S04. Erst mit dem Wiederaufstieg unter Rouven Schröder und Mike Büskens kehrte langsam wieder Optimismus zurück und seit dieser Saison könne er seinen Job endlich so richtig genießen.

Auch die emotionale Pressekonferenz von Peter Knäbel nach dem überraschenden Abschied von Schröder gehört für Siekmann zu den unvergessenen Momenten seiner Schalke-Zeit. Er habe direkt neben dem damaligen Sportvorstand gesessen und sei von dessen emotionalem Auftritt durchaus überrascht gewesen. Knäbel sei später jedoch sehr selbstkritisch mit der Situation umgegangen.

Bier bei den Transferverhandlungen und der Dzeko-Wahnsinn

Außerdem erinnerte sich Siekmann auch an weitere kuriose Szenen aus der Zusammenarbeit mit Peter Knäbel und Rouven Schröder. Besonders die Leihe von Amine Harit nach Marseille sei ihm im Gedächtnis geblieben.

Schröder sei damals mit zwei Telefonen gleichzeitig durch die Geschäftsstelle gelaufen und habe auf entscheidende Rückrufe gewartet. Irgendwann habe der damalige Sportdirektor festgestellt, dass Schalke zwar eine Arena mit dem Namenssponsor Veltins besitze, aber kein einziges Bier auf der Geschäftsstelle habe. Die Konsequenz: Seitdem steht in Siekmanns Büro ein kleiner Kühlschrank, der in Transferphasen entsprechend gefüllt wird.

Wie sehr sich Schalke inzwischen verändert hat, zeigt für Siekmann vor allem die Verpflichtung von Edin Dzeko.

Edin Dzeko
Foto: IMAGO

Der Transfer sorgte intern für einen Ausnahmezustand. Rund 15 bis 20 Mitarbeiter waren mit der Umsetzung beschäftigt, während Medienanfragen aus aller Welt eingingen. Selbst die internen Erwartungen an Reichweite und Aufmerksamkeit seien durch den Dzeko-Effekt noch einmal deutlich übertroffen worden.

Kaum ein Mediendirektor im deutschen Profifußball dürfte in den vergangenen Jahren eine derart außergewöhnliche Mischung aus Krisen, Umbrüchen und Hype-Momenten erlebt haben wie Marc Siekmann auf Schalke.