Machtkampf auf Schalke: Ultras fordern mehr Einfluss

Vor der Mitgliederversammlung von Schalke 04 zeichnet sich ein Machtkampf innerhalb der organisierten Fanszene ab. Ein Antrag der Ultras sorgt dabei für Widerstand beim Schalker Fanclub-Verband.
Wenige Wochen nach der Rückkehr in die Bundesliga steht dem FC Schalke 04 und seinen mehr als 210.000 Mitgliedern eine richtungsweisende Mitgliederversammlung am 18. Juli bevor. Dabei geht es nicht nur um Personalfragen, sondern auch um die künftige Machtverteilung innerhalb der organisierten Fanszene. Ein Antrag aus dem Umfeld der Ultras sorgt laut Berichten von WAZ und BILD bereits im Vorfeld für kontroverse Diskussionen.
Konkret soll die bisherige Regelung zur Besetzung eines fanseitigen Platzes im Aufsichtsrat verändert werden. Derzeit wird dieser Vertreter vom Schalker Fanclub-Verband (SFCV) gestellt. Nach dem neuen Vorschlag sollen mehrere große Fanorganisationen gemeinsam darüber entscheiden, wer die Interessen der Anhänger künftig im Kontrollgremium vertritt.
Beim SFCV stößt die Initiative auf deutlichen Widerstand. Der Verband sieht seine Rolle als größte organisierte Fanvertretung des Vereins nicht ausreichend berücksichtigt. Vorsitzende Melanie Illburger machte die Haltung des Verbandes laut WAZ unmissverständlich klar: „In der Form, wie er jetzt ist, können wir als größte Fanorganisation mit nur einer Stimme wie die anderen viel kleineren Fanorganisationen auch, dem Antrag nicht zustimmen. Wir lehnen ihn daher ab.“
Schalke-Fanclubs sollen gegen Ultras-Antrag stimmen
Wie wichtig das Thema innerhalb der Schalker Fanszene inzwischen geworden ist, zeigte sich am Wochenende bei der Versammlung des SFCV. Noch nie hatten so viele Fanclubs an einem Verbandstreffen teilgenommen wie diesmal. Der Verband nutzte die Zusammenkunft zugleich, um seine Mitglieder auf die Abstimmung im Juli einzuschwören. „Wir haben daher unsere Fanclubs aufgerufen, mit möglichst vielen S04-Mitgliedern zur Mitgliederversammlung des Klubs am 18. Juli zu kommen und dagegen zu stimmen“, erklärte Illburger.

Noch keine endgültige Einigung gibt es dagegen bei der Zusammenarbeit zwischen Schalke und dem SFCV. Die Gespräche über eine Verlängerung der bestehenden Kooperationsvereinbarung laufen weiter. Dennoch sieht die Verbandsführung die Verhandlungen auf einem guten Weg. „Wir sind noch nicht zum Abschluss gekommen, sind aber weiterhin in einem guten Prozess“, sagte Illburger.
Welche Kandidaten der SFCV bei den anstehenden Wahlen zum Aufsichtsrat unterstützen wird, ist derzeit noch offen. Nach Angaben des Verbandes sollen zunächst Gespräche mit den Bewerbern geführt werden, bevor eine Empfehlung ausgesprochen wird.