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Würde der S04-Aufstieg „zu früh kommen?“

Schalke Fans
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Immer wieder heißt es, ein Schalke-Aufstieg käme zu früh. Doch hält diese These finanziell und sportlich stand?


Schalkes Finanzvorständin Christina Rühl-Hamers betont immer wieder, dass Schalke strukturell ein Bundesligist ist – mit einem Stadion, Personal und Kostenapparat, der nicht auf die 2. Liga ausgelegt ist. In der zweiten Bundesliga sei dieses Konstrukt nur durch Sondereinnahmen wie Konzerte in der Veltins-Arena tragfähig. Ein weiteres Jahr im Unterhaus ist daher kein sinnvoller Zwischenschritt, sondern ein Risiko.

Auch Sky-Redakteur Robert Gherda stellte im Podcast „Schalker Markt“ klar: „Wenn du die Chance hast aufzusteigen, musst du aufsteigen.“ Beispiele wie Schalke selbst oder der HSV zeigen, wie schwer ein Wiederaufstieg werden kann. Hamburg brauchte sieben Jahre, Schalke steckt bereits seit vier Jahren fest.

Dabei ist die Ausgangslage aktuell günstig. Die Liga ist extrem eng, ein übermächtiger Konkurrent fehlt. Anders als in Jahren mit finanzstarken Klubs wie dem HSV oder potenziell Wolfsburg hat Schalke den Aufstieg in der eigenen Hand. Das Restprogramm ist machbar, Edin Dzeko trifft, und auf Schalke fühlt sich vieles nach der perfekten Saison an.

Auf diese „perfekte Saison“ müsste allerdings ein besseres Transferfenster folgen, als beim ersten Wiederaufstieg Schalkes 2022. Da griff man mit der Trainerwahl auf Frank Kramer daneben und ließ die Leistungsträger Malick Thiaw und Ko Itakura ziehen.

Vorbild HSV: Mit drei guten Last-Minute-Leihen zum Klassenerhalt

Ein Blick auf andere Vereine entkräftet das Argument zusätzlich. Der FC St. Pauli stand 2022/23 zur Winterpause mit nur 17 Punkten auf Platz 15. Ein Jahr später folgten der Aufstieg und der Klassenerhalt, obwohl mit Fabian Hürzeler und Marcel Hartel der Aufstiegstrainer und der beste Spieler von Bord gingen.

Auch der 1. FC Heidenheim schaffte 2023 direkt den Klassenerhalt. Ausreichend dafür waren die drei Schlüsselspieler Tim Kleindienst, Jan-Niklas Beste und Eren Dinkçi. Union Berlin stieg 2019 auf, holte Sheraldo Becker ablösefrei und spielte wenige Jahre später in der Champions League.

Wie bereits angedeutet, ist das Transferfenster ein oft unterschätzter Faktor. Der HSV zeigt, wie schnell sich Qualität nachrüsten lässt.

Fabio Vieira
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Am letzten Transfertag kamen gleich drei Leihspieler aus Topligen: Luka Vuskovic von Tottenham, Fabio Vieira von Arsenal sowie Warmed Omari von Stade Rennes. Diese Leihen sowie der Transfer von Arsenals Albert Sambi Lokonga hoben das Niveau sofort deutlich an, sodass der HSV durch 21 Torbeteiligungen dieser vier Spieler auf Platz 12 steht.

Genau dieses Szenario ist auch für Schalke denkbar, und die Bundesligatauglichkeit des S04 könnte im Aufstiegsfall erst am Ende des Sommers beurteilt werden.