Schalke gegen Bochum benachteiligt? Fährmann mit klarer Meinung

Nach dem umstrittenen Pfiff im Revierduell zwischen Schalke und Bochum sorgt ein aberkanntes Tor weiter für Diskussionen. Ex-S04-Keeper Ralf Fährmann erklärt nun, warum er die Szene klar anders bewertet als der Schiedsrichter.
Die Diskussion um den aberkannten Schalker Treffer im Revierduell beim VfL Bochum reißt nicht ab. Beim 0:2 der Königsblauen sorgte vor allem eine Szene in der 56. Minute für reichlich Zündstoff – und inzwischen hat sich auch ein prominenter Ex-Schalker dazu geäußert.
Nach einer Ecke von Soufiane El-Faouzi landete der Ball nach einem Luftduell zwischen Nikola Katic und Bochums Torhüter Timo Horn im Netz. Doch Schiedsrichter Michael Bacher entschied auf Offensivfoul. Während die Schalker Spieler sofort protestierten, blieb die Entscheidung bestehen – sehr zum Ärger der Gäste.
Besonders Torhüter Loris Karius zeigte sich nach Abpfiff fassungslos und kritisierte die fehlende Linie der Schiedsrichter. „Das ist ein klares Tor. Das abzupfeifen, ist ein Witz für mich“, sagte der Keeper und forderte grundsätzlichere Klarheit im Umgang mit Zweikämpfen im Fünfmeterraum. Auch Schalke-Trainer Miron Muslic sprach von einem regulären Treffer, während die Bochumer die Situation differenzierter bewerteten.
Aberkanntes Schalke-Tor gegen Bochum sorgt für Wirbel
VfL-Coach Uwe Rösler räumte ein: „Wir hatten Glück in der Situation. Wenn man die Bilder im TV sieht, kann man darüber diskutieren.“ Torwart Timo Horn hingegen blieb bei seiner Sicht der Dinge und erklärte: „Für mich ist das ein klares Foulspiel.“
Nun hat sich mit Ralf Fährmann ein weiterer Torwart zu Wort gemeldet – und zwar einer, der die Perspektive aus eigener Erfahrung kennt. Der frühere Schalke-Keeper, der seine Karriere im Sommer 2025 beendet hat, hält die Entscheidung für falsch. „Aber im Ernst: Das war eine völlig normale Aktion. Also kein Foul“, sagte Fährmann gegenüber der WAZ. Er verwies dabei auch auf seine Zeit im Ausland: „Aus meiner Zeit in der Premier League weiß ich, dass eine solche Situation dort nie und nimmer abgepfiffen worden wäre.“
Gleichzeitig zeigte Fährmann Verständnis für die grundsätzliche Schwierigkeit solcher Bewertungen. „Aber man sieht, wie schwer das Torwartspiel von außen zu bewerten ist“, erklärte der langjährige Bundesliga-Torhüter und ergänzte, dass gerade bei Strafraumszenen oft Spezialwissen gefragt sei.