Klare Linie im Schalke-Umbruch: Lüftl erklärt sein Transfer-Konzept

Maximilian Lüftl treibt den Schalker Umbruch seit dem Winter voran und hat inzwischen mehr Verantwortung erhalten. Im Interview mit dem kicker erklärt der Direktor Scouting und Transfers, nach welchem Muster er den Kader zusammenstellt.
Der Ansatz ist bei knappem Budget klar umrissen: Lüftl holt gestandene Profis, die bei ihren bisherigen Klubs zuletzt kaum noch Beachtung fanden. Spieler, deren Karrieren durch Verletzungen, Leistungsschwankungen oder wenig Spielzeit ausgebremst wurden – und die an der Berger Feld zu alter Stärke zurückfinden sollen.
Dass dieses Muster funktioniert, hat bereits der Winter gezeigt. Adil Aouchiche, Moussa Ndiaye und vor allem Edin Džeko kamen bei ihren früheren Stationen kaum noch zum Zug, wuchsen auf Schalke aber zu tragenden Säulen und trugen den Aufstieg maßgeblich mit.
Im Sommer setzte Schalke die gleiche Linie fort. Mit Junior Adamu, Robin Gosens, Max Wöber und Junior Dina Ebimbe kamen Profis mit klarem Bundesliga-Niveau, die zuletzt jedoch ins Stocken geraten waren. Ein deutlicher Vertrauensvorschuss – blindes Vertrauen ist es laut dem Bericht aber nicht.
Lüftl lobt seinen Freiraum unter Baumann
Der erst 31-jährige Lüftl ist seit Juni 2026 offiziell Direktor Scouting und Transfers, zuvor leitete er diesen Bereich. Vor seiner Zeit auf Schalke sammelte er Erfahrung beim FC Bayern, bei St. Pauli, der TSG Hoffenheim und Hannover 96, dazu studierte er Sportmanagement in den USA und in Bayreuth.
Wie viel Handlungsspielraum er dabei genießt, machte er im Gespräch mit dem kicker deutlich. Lüftl lobte den „Freiraum, den Frank (Baumann, Anm. d. R.) mir gibt, mich zu entfalten“. Genau dieser Spielraum erlaubt es ihm, seine lange Kontaktliste und die vielen Telefonate in eine erkennbare Strategie zu übersetzen.
Zu seinem Arbeitsalltag sagt Lüftl: „Mein Job bringt es mit sich, viel unterwegs zu sein, andererseits gibt es viele strategische Aufgaben zu managen, die häufig im Büro erledigt werden können. Dazu kommen meine Aufgaben als Vorgesetzter, die Führung der Mitarbeitenden meiner Teams. Deshalb ist es sehr vielseitig. In der Geschäftsstelle befindet sich, wenn man so will, die Schnittstelle zu meinen engsten Kollegen.“
Über die Aufgabenverteilung bei den Verhandlungen sagte er: „In aller Regel übernehme ich das, wobei das nicht in Stein gemeißelt ist. Manchmal hat natürlich auch Frank den besseren Draht und das läuft dann über ihn.“
Sein Konzept ist dabei auch klar: „Mein Ziel ist, mich anhand unserer finanziellen Möglichkeiten zu bewegen. Da wir bei Schalke04 wissen, wo wir herkommen, gehen wir behutsam mit dem Geld um. Ich gehe mit dem Geld um, als wäre es meines.“