Schalkes „Aussie Wonderkid“: Mit harter Arbeit zum Erfolg

Exakt 22 Minuten stand Dylan Leonard bislang für die Profis des FC Schalke 04 auf dem Platz. Geht es nach dem 18 Jahre alten Innenverteidiger, war das aber erst der Anfang. In der kommenden Saison möchte sich der junge Australier in der Bundesliga beweisen.
Es dauerte, bis Leonard sein Debüt für Königsblau feierte. Im September 2025 schloss er sich dem Pott-Klub an. Seine Spielberechtigung erhielt er aber erst Anfang 2026. Bürokratische Hürden und Regularien aufgrund des Wechsels aus einem Nicht-EU-Land sowie eine ausstehende Freigabe verhinderten den Einsatz des Junioren-Nationalspielers. Als Leonard hätte auf dem Platz stehen dürfen, setzte ihn eine Verletzung am Sprunggelenk monatelang außer Gefecht.
Im April endete sein Leiden. Beim 4:1-Erfolg gegen Preußen Münster wechselte S04-Trainer Miron Muslic (43) ihn in der 81. Minute für Adil Aouchiche (24) ein. Ausgestattet mit einem Vertrag bis 2030 will sich Leonard auf Schalke durchsetzen. „Ich wäre nicht hier, wenn ich nicht davon überzeugt wäre, dass ich dem Team helfen und spielen kann“, sagt der Youngster in einem Interview mit der WAZ.
Große Konkurrenz für Leonard
An Einsatzminuten in der Abwehrzentrale zu kommen, dürfte ihm aber nicht leichtfallen. Das Gedränge in der königsblauen Defensive ist groß. Timo Becker (29), Nikola Katic (29), Hasan Kurucay (28), Mertcan Ayhan (19) und Neuzugang Maximilian Wöber (28) streiten mit Leonard um die Plätze in der Innenverteidigung. Der Australier aus der Metropole Melbourne ist sich seiner Lage bewusst: „Trotzdem weiß ich, dass die Konkurrenz groß ist und wir viele erfahrene Jungs im Team haben, die weiter sind als ich.“

In seiner Heimat bezeichnet man ihn als „Aussie Wonderkid“. Leonard erinnert sich: „In Australien habe ich als Teenager eine gute Saison gespielt und war plötzlich Stammspieler. Bei Western United hatten wir den geringsten Etat der Liga, sind mit einer jungen Mannschaft aber sensationell Dritter geworden. Danach sind solche Spitznamen entstanden.“
Der Abwehrspieler brennt darauf, sich in der Bundesliga zu beweisen. Seine Marschroute steht fest: „Ich konzentriere mich auf das, was ich beeinflussen kann: harte Arbeit. Ich will mich in jeder Trainingseinheit anbieten und mir Einsatzminuten in der Liga verdienen.“ Konkrete Vorgaben macht Leonard sich dabei bewusst nicht, er wolle einfach „auf und neben dem Platz jeden Tag mein Bestes geben.“