Schalke-Trainer Muslic: „99 Prozent der Fans haben gedacht, der scheitert“

Der FC Schalke hat unter Miron Muslic die direkte Rückkehr in die Bundesliga geschafft. Der Meistertrainer spricht nun über die Zweifel der Fans, seinen Erfolgsweg und die besondere Atmosphäre auf Schalke.
Vor einem Jahr stand der FC Schalke 04 noch am Abgrund, heute feiert der Traditionsverein die Rückkehr in die Bundesliga. Mit 70 Punkten marschierten die Königsblauen unter Trainer Miron Muslic souverän zur Zweitliga-Meisterschaft. Der 43-Jährige verrät nun, warum er trotz großer Skepsis an seinen Erfolg glaubte.
Als Muslic im vergangenen Sommer auf Schalke vorgestellt wurde, waren die Zweifel groß. Nach mehreren turbulenten Jahren, zahlreichen Trainerwechseln und der Angst vor dem Absturz in die 3. Liga trauten nur wenige dem neuen Coach den Turnaround zu. Das weiß auch Muslic selbst. „99 Prozent der Schalke-Fans haben gedacht, der ist doof, den kenn ich nicht, den wollen wir nicht, das ist der Nächste, der scheitert“, sagte der Aufstiegstrainer im Interview mit der Tiroler Tageszeitung.
Von der Kritik ließ er sich jedoch nicht beeinflussen. Stattdessen konzentrierte er sich voll auf seine Arbeit und einen klaren Plan. Schalke war bei seinem Amtsantritt ein Verein mit großen Problemen. In den beiden Spielzeiten zuvor kassierten die Königsblauen mehr als 120 Gegentore, die Verbindung zwischen Mannschaft und Fans galt als beschädigt. Für Muslic stand deshalb schnell fest, worauf es ankommen würde. „Mit einem klaren Plan und einer klaren Vision“, beschreibt er das Erfolgsrezept des Bundesliga-Aufstiegs.
Muslic genießt den Bundesliga-Aufstieg mit Schalke
Der ehemalige Coach von Plymouth Argyle beschäftigte sich nach eigener Aussage nicht mit den Fehlern der Vergangenheit. Vielmehr habe er versucht, das Potenzial des Klubs bestmöglich auszuschöpfen. „Niemand hat am Anfang an uns geglaubt, aber wir haben von Tag eins an unseren Weg unbeirrt durchgezogen“, erklärte Muslic.

Trotz des Triumphs bleibt Muslic bodenständig. Die positive Resonanz der Fans nehme er zwar wahr, lasse sich davon aber ebenso wenig beeinflussen wie von der anfänglichen Kritik. „Jetzt sagen vermutlich 99 Prozent der Schalke-Fans, der Miron ist doch leiwand und cool. Das macht auch nichts mit mir. Ich behalte die emotionale Kontrolle“, betonte der Trainer.
Für Muslic ist der Aufstieg zugleich die Erfüllung eines langjährigen Traums. „Ich wollte immer in die deutsche Bundesliga“, sagte der in Innsbruck aufgewachsene Bosnier. Nun freut er sich auf die Duelle mit den besten Mannschaften des Landes – und vor allem auf die Atmosphäre in Gelsenkirchen. „Auf jedes Heimspiel, das mit mehr als 62.000 Fans ausverkauft ist.“