DFB-Pokal

Warum das einzige DFB-Pokalfinale auf Schalke zum Flop wurde

Glückauf-Kampfbahn in Gelsenkirchen-Schalke.
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Zu den heute schwer vorstellbaren Umständen des Fußballs früherer Jahre in Deutschland gehört, dass der DFB-Pokal lange nicht den Stellenwert besaß, der ihm heute von allen Beteiligten zugeschrieben wird. Recht stiefmütterlich wurde seine Durchführung dann auch im Jahr 1961 behandelt mit dem Resultat eines Minusrekords beim einzigen DFB-Pokalfinale in der Glückauf-Kampfbahn auf Schalke überhaupt.


Obwohl sich mit Werder Bremen und dem 1. FC Kaiserslautern zwei Clubs für das Finale in Gelsenkirchen qualifiziert hatten, die nicht in näherer Umgebung der Kampfbahn beheimatet sind, entschied man sich beim DFB, das Finale an einem normalen Wochentag anzusetzen. Mittwoch, der 13. September 1961, war es, als die beiden Mannschaften unter der Leitung von Schiedsrichter Günter Sparing den Rasen des damaligen Schalker Bundesligastadions betraten.

Gerade einmal 18.000 Zuschauer fanden sich zu diesem Anlass in der Kampfbahn ein, was bis heute die geringste Besucherzahl bedeutet, die jemals einem deutschen Pokalfinale beiwohnte. Für viele Anhänger war der Wettbewerb nicht attraktiv genug, unter der Woche die doch nicht kurze Anfahrt von Bremen oder Kaiserslautern nach Gelsenkirchen auf sich zu nehmen, sofern sie überhaupt frei bekommen hätten.

Parkstadion
Foto: GETTY IMAGES

Zwei spätere Finals im Parkstadion in Gelsenkirchen-Erle

Zudem war der Wettbewerb auch für neutrale Fußballfans von so geringer Strahlkraft, dass nur wenige Interessierte aus dem Ruhrgebiet den Weg ins Stadion fanden.

Fußball gespielt wurde natürlich trotzdem und in dieser Hinsicht war das Finale wenigstens für Werder Bremen kein Flop. Durch einen 2:0-Sieg sicherte man sich seinen ersten nationalen Titel überhaupt gewann. Die Tore für die Werderaner erzielten Schröder in der 10. Minute und Jagielski in der 52. Minute.

So sahen die Finalaufstellungen in der Glückauf-Kampfbahn aus:

Werder Bremen

Heinrich Kokartis, Josef Piontek, Walter Nachtwey, Helmut Schimeczek, Arnold Schütz, Helmut Jagielski, Günter Wilmovius, Willi Schröder, Horst Barth, Willi Soya, Klaus Hänel

Trainer: Georg Knöpfle

1. FC Kaiserslautern

Wolfgang Schnarr, Jürgen Neumann, Gerhard Miksa, Gerd Schneider, Werner Liebrich, Dieter Pulter, Manfred Feldmüller, Heinrich Bauer, Winfried Richter, Gerhard Settelmeyer, Günther Kasperski

Trainer: Günter Brocker

Der unterlegene Finalist 1. FC Kaiserslautern wurde somit von einem Mann trainiert, der kurz zuvor noch selbst für den FC Schalke 04 gespielt hatte. Von 1952 bis 1961 war Günter Brocker Spieler der Knappen gewesen. Später übernahm er Schalke auch noch als Trainer, hielt sich zwischen November 1967 und November 1968 nur ein Jahr. Doch weder er noch Weltmeister Werner Liebrich konnten die Niederlage der Pfälzer auf Schalke verhindern.

Der FC Schalke 04 selbst war übrigens gar nicht für den DFB-Pokal 1961 qualifiziert, der mit dem Achtelfinale, also mit 16 Clubs begann. Einzige Vertreter aus dem Revier waren der VfL Bochum und Hamborn 07. Die Bochumer scheiterten schon zum Auftakt mit 2:3 beim FK Pirmasens. Hamborn 07 kämpfte sich über die Gegner Waldhof Mannheim und eben jenen FK Pirmasens bis ins Halbfinale vor. Dort unterlag der Verein aus Duisburg allerdings zu Hause dem 1. FC Kaiserslautern mit 1:2.

1978 und 1980 wurden zwar noch einmal DFB-Pokalfinals nach Gelsenkirchen vergeben. Diese fanden jedoch im Parkstadion statt, welches nicht wie die Glückauf-Kampfbahn im Stadtteil Schalke liegt.