Urteil zu hart? Schalke legt Einspruch gegen Dzeko-Sperre ein

Nach der Roten Karte gegen Edin Dzeko und der anschließenden Zwei-Spiele-Sperre reagiert Schalke 04 mit einem Einspruch. Der Verein hält das Urteil für zu hart und zweifelt die Bewertung der Szene klar an.
Der FC Schalke 04 geht nach der Sperre gegen Edin Dzeko in die Offensive. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) belegte den Angreifer nach seiner Roten Karte im Spiel gegen Hannover 96 mit einer Sperre von zwei Partien – doch die Königsblauen akzeptieren das Urteil nicht.
Der Verein kündigte umgehend an, Einspruch einzulegen. „Wir legen Einspruch gegen das Urteil ein, weil eine Sperre für zwei Spiele unserer Überzeugung nach zu hoch ist“, erklärte Sportvorstand Frank Baumann. Aus Sicht der Schalker sei die Situation falsch bewertet worden: „Unserer Auffassung nach liegt eben keine Aktion von Edin vor, in der die Gesundheit des Gegenspielers rücksichtslos gefährdet wird, wie es der DFB in seinem Einzelrichterurteil darstellt.“
Die Szene, die zur Sperre führte, ereignete sich kurz nach der Halbzeitpause. Dzeko wollte einen Ball aus der Luft kontrollieren, traf dabei jedoch seinen Gegenspieler Husseyn Chakroun im Oberkörper. Schiedsrichter Robin Braun wertete die Aktion als gesundheitsgefährdendes Spiel und zeigte direkt die Rote Karte.
Schalke-Trainer Muslic kritisiert Rote Karte gegen Dzeko scharf
Auf dem Platz hatte die Entscheidung erhebliche Auswirkungen. Schalke, das zuvor mit 2:0 geführt hatte, verlor nach dem Platzverweis die Kontrolle über das Spiel und musste sich am Ende mit einem 2:2 begnügen. Trainer Miron Muslic sah in der Entscheidung einen Wendepunkt: „Das hat auf das Spiel natürlich einen brutalen Einfluss genommen, diese unglaublich harte Rote Karte gegen uns.“

Auch grundsätzlich stellte der Coach die Bewertung infrage. Für ihn war die Aktion keine klare Unsportlichkeit, sondern ein unglücklicher Zusammenprall im Spielgeschehen. Unterstützung bekam er aus dem Teamumfeld – viele Beteiligte sahen keine eindeutige Absicht bei Dzeko.
Durch die Sperre würde der 40-Jährige sowohl im Auswärtsspiel bei Darmstadt 98 als auch im darauffolgenden Heimspiel gegen den Karlsruher SC fehlen. Genau das will Schalke nun noch verhindern. Ob der Einspruch Erfolg hat, ist allerdings offen.