Nach Dzeko-Rot: Schalke-Legenden gehen auf die Barrikaden

Nach einer 2:0-Führung gibt Schalke den sicher geglaubten Sieg gegen Hannover noch aus der Hand. Eine umstrittene Rote Karte gegen Dzeko bringt zwei Klub-Legenden auf die Palme.
Der FC Schalke 04 hat im Aufstiegsrennen einen herben Dämpfer kassiert. Trotz einer souveränen 2:0-Führung gegen Hannover 96 reichte es am Ende nur zu einem 2:2 – ein Spiel, das nach Ansicht zweier Klub-Legenden vor allem durch eine umstrittene Schiedsrichterentscheidung kippte.
Bis zur Führung habe Schalke das Geschehen klar bestimmt. „Bis zur 2:0-Führung die klar bessere Mannschaft“, stellte Klaus Fischer fest und betonte, Hannover habe „überhaupt keine Chance“ gehabt. Auch Rüdiger Abramczik zeigte sich angetan vom Auftritt der Königsblauen: „Die Mannschaft hat toll gespielt, super gespielt.“ Besonders die Zweikampfführung und das konsequente Verteidigen der Außenbahnen seien überzeugend gewesen.
Allerdings sah Abramczik schon früh im Spiel ein bekanntes Problem: Zu viele Räume im Zentrum ermöglichten Hannover mehrere Abschlüsse. Dass Schalke dennoch ohne Gegentor blieb, lag vor allem an Torhüter Loris Karius, der mit starken Paraden – darunter ein gehaltener Elfmeter – glänzte.
Schalke-Drama: Später Ausgleich nach Dzeko-Platzverweis
Der Knackpunkt der Partie folgte kurz nach der Pause. Beim Stand von 2:0 sah Edin Dzeko nach einem Zweikampf die Rote Karte – eine Entscheidung, die bei Fischer für völliges Unverständnis sorgte. „Wer Fußball gespielt hat und solche Szenen mal mitgemacht hat: Das war keine Absicht, er konzentriert sich nur auf den Ball und berührt ihn. Es passiert ja nichts“, erklärte der frühere Nationalspieler. Auch Abramczik bewertete die Szene ähnlich und betonte: „Der drehte sich und der hat ihn ja nicht gesehen.“

In Unterzahl verlor Schalke zunehmend die Kontrolle, Hannover kam zurück und erzielte schließlich in der Nachspielzeit den Ausgleich. Für Fischer war jedoch nicht nur die Entscheidung auf dem Platz, sondern vor allem der Eingriff des Videoassistenten ein Ärgernis. „In dem sogenannten Keller sind Leute, die überhaupt keine Ahnung haben. Bei diesen Platzverweisen: Wo gucken die eigentlich hin? Die brauchen schon eine halbe Stunde und entscheiden dann immer noch falsch!“, schimpfte er und stellte die Kompetenz der Verantwortlichen grundsätzlich infrage.
Sein Fazit fiel entsprechend drastisch aus: „Man müsste diesen Keller zuschütten. Nein, zubetonieren! Das sind Entscheidungen, die dürfen nicht wahr sein! Das regt mich auf.“