Chronik strittiger Schalke-Szenen: Hannover, Werner und Di Santo

Strittige Szenen zwischen Schalke und Hannover sorgen für Diskussionen. Ein Blick auf vergleichbare Situationen aus der Vergangenheit.
Das Zweitliga-Duell zwischen Schalke und Hannover am Sonntag brachte mehrere strittige Szenen mit sich. Zunächst sah Stürmer Edin Dzeko nach einem Zweikampf mit Husseyn Chakroun die rote Karte. Dzeko wollte einen hohen Ball kontrollieren und traf Chakroun dabei unbeabsichtigt am Bauch beziehungsweise Unterarm. Schiedsrichter Dr. Robin Braun erklärte später, Dzeko habe den Ball verfehlt und den Gegenspieler mit offener Sohle im Hüftbereich getroffen. Auch ohne Absicht habe die Szene wegen des Risikos eine rote Karte dargestellt.
Schalke-Trainer Miron Muslic bewertete die Situation anders. Mit „ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl“ hätte man aus seiner Sicht keine rote Karte geben müssen, sagte der Trainer und verwies darauf, dass aus seiner Wahrnehmung kein Hannoveraner Spieler Rot gefordert habe.
Später entschied der Schiedsrichter nach einem Zweikampf zwischen Noel Aseko und Nikola Katic auf Elfmeter. Die angelegte Lupe und Zeitlupe der Sportschau zeigt: Katic spielte zunächst den Ball, anschließend kam es zum Zusammenprall. Auch diese Entscheidung war knifflig für den Unparteiischen. Loris Karius parierte den Strafstoß zwar, doch aus der anschließenden Ecke fiel das 2:1 für Hannover, bevor die Gäste spät noch zum 2:2 ausglichen.
„Schande“, „Frechheit“, „krasseste Fehlentscheidung“: Diese Entscheidungen bleiben in Erinnerung
Eine prägende Szene ereignete sich im DFB-Pokal-Halbfinale 2018 gegen Eintracht Frankfurt. Franco Di Santo traf in der Nachspielzeit zum vermeintlichen Ausgleich, doch Schiedsrichter Robert Hartmann hatte wegen eines möglichen Handspiels bereits abgepfiffen. Da der Pfiff Sekundenbruchteile vor dem Tor erfolgte, konnte der Videoassistent nicht eingreifen. Di Santo sprach später von einer „Schande“, Kapitän Ralf Fährmann verwies auf eine mögliche Verlängerung in Überzahl. Frankfurt zog ins Finale ein, gewann den Pokal und später auch die Europa League.
In der Aufstiegssaison 2021 entschied Schiedsrichter Tobias Stieler beim 1:1 zwischen Werder Bremen und Schalke nach Videostudium auf Strafstoß für Bremen, nachdem Roger Assalé im Strafraum zu Fall gekommen war. Schalkes damaliger Sportdirektor Rouven Schröder sprach anschließend von „einer der krassesten Fehlentscheidungen“, Trainer Dimitrios Grammozis nannte den Elfmeter eine „absolute Frechheit“.

Für große Furore sorgte das Bundesliga-Topspiel zwischen Leipzig und Schalke 2016. Timo Werner erhielt nach einem Zweikampf mit Fährmann einen Elfmeter zugesprochen, obwohl später deutlich wurde, dass kein Kontakt vorlag. Werner räumte den Fehler später selbst ein.
Ein ähnlich großes Echo wie bei Werner dürfte das Hannover-Spiel allerdings kaum auslösen. Die Entscheidungen bewegen sich im Rahmen der Regelauslegung, zudem verwies Muslic schon häufig darauf, dass sich solche Situationen im Verlauf einer Saison ausgleichen.