Ehrliche Worte von Schalke-Flop Rudy: „Ein beidseitiges Missverständnis“

Von Erfolg gekrönt war seine Zeit auf Schalke nicht. Sebastian Rudy (heute 35) ist das, was man gemeinhin als Transfer-Flop bezeichnet. „Das war ein beidseitiges Missverständnis“, sagt der Ex-Profi heute über seine Zeit beim Revierklub.
Was viele, die sich nur an Rudys Zeit auf Schalke erinnern, vergessen: Der Mittelfeldakteur lief zwischen 2014 und 2019 insgesamt 29-mal für die deutsche Nationalmannschaft auf und kam zudem bei der Weltmeisterschaft 2018 zum Einsatz. Zu Buche stehen beeindruckende 358 Spiele in der Bundesliga für den VfB Stuttgart, Hoffenheim, Bayern München und eben S04 mit 58 Torbeteiligungen. Allerdings gelang dem gebürtigen Doppelstädter aus Villingen-Schwenningen in seinen wettbewerbsübergreifend 30 Partien für die Knappen nicht ein einziger Scorerpunkt.
„Es ist nicht nur Schalke Schuld, dass es schief gegangen ist – auch ich habe sicherlich dazu beigetragen“, erinnert sich der langjährige Profi jetzt in einem Interview mit Spox. Satte 16 Millionen Euro legte Schalke 04 im August 2018 auf den Tisch, um den heute für die TSG Hoffenheim als Scout tätigen Rudy in den Ruhrpott zu holen.
„Als Persönlichkeit gereift“
Bei seiner Vorstellung als Neuzugang war er noch guter Dinge. „Es sollte auch etwas Langfristiges sein“, hoffte Rudy in einem Vereinsinterview. Und weiter: „Ich möchte natürlich so viel wie möglich spielen und ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft werden.“ Doch dazu sollte es nicht kommen.
Im Juni 2021 verließ Rudy Schalke ablösefrei. Spieler und Verein lösten den noch ein Jahr länger laufenden Vertrag mit sofortiger Wirkung auf. Er sei „sehr froh, dass wir eine einvernehmliche Lösung finden konnten, die den Club wirtschaftlich deutlich entlastet“, verabschiedete der damalige Sportdirektor Rouven Schröder (50) den Mittelfeldmann.

Obgleich weder Verein noch Spieler von dem Engagement profitiert haben, blickt der 35-Jährige durchaus positiv zurück. Er habe „aus dieser Zeit viel mitgenommen“, betont Rudy und ist überzeugt, „als Persönlichkeit gereift“ zu sein. Auf Schalke habe er „gelernt, besser mit Druck umzugehen“. Er bekräftigt, resilienter geworden zu sein. „Das hat mich abgehärtet. Seitdem lasse ich vieles nicht mehr so nah an mich heran. Man kann mich nicht leicht unterkriegen“, resümiert der Ex-Nationalspieler.