Wegen Tönnies: S04-Legenden fordern Anzeige gegen Schalke-Ultras

Nach massiven Beleidigungen gegen Clemens Tönnies beim Heimspiel gegen Dresden wächst der Druck auf die Schalke-Führung. Legenden und Sponsoren fordern nun klare Konsequenzen bis hin zu einer Strafanzeige gegen eigene Ultras.
Beim FC Schalke 04 sorgt der jüngste Fanprotest für massiven Ärger. Wie Bild berichtet, haben mehrere Vereinslegenden, frühere Funktionäre und namhafte Sponsoren in einem gemeinsamen Brief ein hartes Vorgehen gegen die eigenen Ultras gefordert. Dabei geht es auch um die Einleitung einer Strafanzeige.
Auslöser waren beleidigende Transparente in der Nordkurve beim Heimspiel gegen Dynamo Dresden (2:2). Diese richteten sich gegen den früheren Aufsichtsratschef Clemens Tönnies. Dieser war im Zuge von Überlegungen zur Besetzung des Ehrenpräsidiums wieder in den Fokus geraten. Auf den Bannern wurde der 69-Jährige unter anderem als „Schweinepriester“, „Ekelschwein“ und „Ehrenlos“ beschimpft.
Zu den Unterzeichnern des Schreibens zählen laut Bild unter anderem Jahrhunderttrainer Huub Stevens, Ex-Coach Peter Neururer, mehrere ehemalige Aufsichtsräte sowie Vertreter wichtiger Geldgeber wie HRS und Hagedorn. In dem Brief heißt es: „Als ehemalige und zum Teil langjährige Funktionsträger oder Sponsoren des FC Schalke 04 schämen wir uns für das, was am Samstag geschehen ist.“
Tönnies-Eklat: Ex-Schalker fordern hartes Vorgehen gegen Ultras
Besonders scharf wird die Wortwahl der Ultras kritisiert. Die Unterzeichner schreiben weiter: „Durch die ekelhaften Beleidigungen, die Gossensprache, ist jedes noch soeben erträgliche Niveau unterschritten worden, die Beleidigungen erfüllen sicher die Voraussetzungen der Strafbarkeit.“
In dem Brief fordern die Absender Vorstand und Aufsichtsrat auf, die Aktionen „ohne Wenn und Aber“ zu verurteilen. Zudem verlangen sie eine Anzeige sowie Maßnahmen, um eine Wiederholung solcher Vorfälle zu verhindern. Auch die Bedeutung der Vorfälle für das Ansehen des Vereins und seine Sponsoren wird dabei ausdrücklich betont.
Der Klub selbst reagierte auf Anfrage der Bild mit einem Statement: „Der FC Schalke 04 steht als eingetragener Verein für Meinungsfreiheit und gelebte Diskussionskultur. Weder Plakate, die Einzelpersonen beleidigen, noch Briefe, die innerhalb kürzester Zeit bewusst an Medien gegeben werden, helfen Schalke dabei, seine Ziele zu erreichen. Vorstand und Aufsichtsrat rufen zu Geschlossenheit und einem respektvollen Miteinander innerhalb der Vereinsfamilie auf.“
Ob der Verein den Forderungen nach einer Strafanzeige nachkommt, ist bislang offen.