Dieser neue Eckball-Trend erschwert den Schalke-Aufstieg

Immer mehr Teams nutzen Eckball-Grauzonen. Schalke ließ dadurch mehrfach Punkte liegen – Loris Karius fordert eine klare Linie.
Der Profifußball erfindet Standards neu. In der Premier League zahlen Klubs längst hohe Gehälter für Standardspezialisten, um jeden Eckball zu maximieren. Dieser Trend ist nun in der 2. Bundesliga angekommen und beherrschte den abgelaufenen Spieltag.
Die Idee ist simpel: Die Ecke kommt mit Zug vors Tor, mehrere großgewachsene Spieler stellen sich direkt vor den Torwart, blocken Laufwege und Sicht. Daraus entsteht eine 50:50-Szene im Fünf-Meter-Raum, die in den vergangene Wochen immer häufiger zu Toren führt. Für Schalke ist das längst mehr als ein Randthema. Gegen Dynamo Dresden verspielte der S04 am Wochenende zwei Punkte, weil das 2:2 genau so fiel.
Kurz bevor die Hereingabe kam, wurde Loris Karius an der Torlinie leicht nach hinten gedrückt. Kein klarer Regelbruch, aber der fehlende Schritt reichte, damit Thomas Keller im Fünf-Meter-Raum treffen konnte.
Schon eine Woche zuvor in Bochum gab es eine ähnliche Situation: Der vermeintliche 1:2-Anschlusstreffer durch Nikola Katic wurde nach einer sehr ähnlichen Ecke abgepfiffen.
Spätestens seit dem 0:0 bei Preußen Münster ist diese Diskussion auf Schalke heiß. Damals wurde ein Schalker Treffer nach einer Ecke wegen Torwartbehinderung zurückgenommen. Auch hier ging es um minimalen Kontakt in einer Szene, die in vielen Spielen anders bewertet wird.
Karius fordert Klarheit bei Ecken: „Entweder alles oder nichts“
Wie aktuell und Spielentscheidend dieses Thema sein kann, zeigte auch das 5:4 von Greuther Fürth gegen Magdeburg an diesem Spieltag. Fürth erzielte drei Tore nach identischen Eckball-Szenen, ähnlich wie Karius sah auch Magdeburg-Schlussmann Dominik Reimann im Gedränge unglücklich aus.
Karius selbst bewertet seine Dresden-Szene differenziert. Er räumt ein, dass er unglücklich ausgesehen habe, verweist aber auf den Block: „Ich werde im Lauf von hinten geblockt, dann fehlt mir ein Schritt“, sagte der 32-Jährige nach Abpfiff.
Strittiger fand der Schalker Leistungsträger das aberkannte Katic Tor gegen Bochum aus der vergangenen Woche. In der Mixed Zone schimpfte er über die fehlende Linie der Schiedsrichter.
Sein Kernpunkt: Es brauche eine klare Regel-Auslegung. Entweder werde der Torhüter im Fünf-Meter-Raum konsequent geschützt, oder man lasse diese Duelle grundsätzlich zu. Dieses „Heute so, nächste Woche so“ ist für Schalke aktuell ein Risiko, das im Aufstiegskampf richtig teuer werden kann.