Schalke-Wechsel ein Fehler? Muslic bezieht Stellung

Nach einer starken zweiten Halbzeit und einer 2:0-Führung verspielt der FC Schalke 04 gegen Dynamo Dresden erneut einen sicher geglaubten Sieg. Trainer Miron Muslic erklärt danach seine umstrittenen Wechsel und bezieht klar Stellung.
Der Frust beim FC Schalke 04 ist groß. Beim 2:2 gegen Dynamo Dresden verspielte der Revierklub eine scheinbar komfortable Führung und wartet damit seit fünf Spielen auf einen Sieg. Im Mittelpunkt der Diskussion: die Auswechslungen von Edin Dzeko und Moussa Ndiaye durch Trainer Miron Muslic.
Dabei hatte lange vieles für Schalke gesprochen. Nach einer zähen ersten Hälfte drehte S04 nach der Pause auf, erhöhte Tempo und Intensität – und belohnte sich durch einen Doppelpack von Edin Dzeko. Spätestens nach dem 2:0 schien der Befreiungsschlag greifbar.
Doch kurz nach dem zweiten Treffer nahm Muslic seinen Doppeltorschützen vom Feld. Die Begründung folgte umgehend: „Man darf Edin rausnehmen beim Stand von 2:0“, erklärte der Coach und verwies darauf, dass Dzeko körperlich noch nicht bereit für eine komplette Partie sei. „Natürlich reicht es nicht für 90 Minuten bei Edin“, so Muslic weiter. Schalke habe den Stürmer schrittweise aufgebaut und bewusst kein Risiko eingehen wollen.
Schalke-Trainer Muslic verteidigt seine umstrittenen Wechsel
Auch der Wechsel von Moussa Ndiaye sorgte für Stirnrunzeln. Der Neuzugang hatte erst wenige Trainingseinheiten absolviert, weshalb Muslic ebenfalls die Belastungssteuerung betonte: Ndiaye könne „nach nur zwei Trainingseinheiten keine volle Partie gehen“. Zusätzlich reagierte der Trainer auf taktische Veränderungen des Gegners.
Der Plan ging allerdings nicht auf. Nach den Umstellungen verlor Schalke an Stabilität, ein Eigentor leitete die Wende ein, ein später Kopfball brachte den Ausgleich. Trotz zusätzlicher Innenverteidiger auf dem Platz war die Führung nicht zu halten. Muslic machte nach Abpfiff dennoch weniger die Wechsel als vielmehr die Konsequenz im Verteidigen verantwortlich: „Wir haben vermissen lassen, alles nochmal wegzuverteidigen.“ Sein Fazit fiel entsprechend bitter aus: „Das hat uns den verdienten Sieg gekostet.“
So bleibt nach dem nächsten Rückschlag vor allem eine offene Frage: Waren die Wechsel notwendig – oder am Ende doch der entscheidende Fehler? Muslic zumindest steht zu seinen Entscheidungen, auch wenn das Ergebnis eine andere Sprache spricht.