Tabu-Bruch: Schalke-Neuzugang Ljubicic macht Aufstiegs-Ansage

Nach seinem Wechsel zum FC Schalke 04 sorgt Dejan Ljubicic mit einer klaren Aufstiegs-Ansage für Wirbel. Trainer Miron Muslic reagiert darauf mit einem Augenzwinkern und deutlichen Worten.
Beim FC Schalke 04 ist das Wort lange gemieden worden – nun hat es ein Neuzugang offen ausgesprochen. Dejan Ljubicic hat bei seiner ersten öffentlichen Trainingseinheit kein Geheimnis aus seinen Zielen gemacht und damit ein vereinsinternes Tabu gebrochen: den Aufstieg.
„Ich werde in den letzten 15 Spielen alles geben, egal auf welcher Position, weil ich mit diesem Verein aufsteigen will“, sagte der 28-Jährige selbstbewusst in Gelsenkirchen. Eine klare Ansage, die bei den Königsblauen zuletzt niemand so formuliert hatte. Trainer und Verantwortliche hatten stattdessen konsequent betont, „von Spiel zu Spiel“ zu denken.
Schalkes Trainer Miron Muslic reagierte auf der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel beim VfL Bochum mit einem Augenzwinkern. „Da merkt man, dass Dejan erst seit zwei Tagen Schalke-Spieler ist. Wäre er schon seit sieben Monaten hier, wäre er vorsichtiger, was das Wording angeht“, erklärte Muslic. Gleichzeitig stellte er klar, dass er dem Neuzugang die Aussage nicht übelnimmt: „Ich bin nicht böse, dass er so etwas sagt.“
Schalke-Trainer Miron Muslic lobt Neuzugang Dejan Ljubicic
Im Gegenteil: Der Trainer lobte Ljubicics Auftreten ausdrücklich. „Ich mag ambitionierte Spieler. Ich mag Spieler, die mutig auftreten – nicht nur verbal, sondern auch auf dem Platz“, sagte Muslic und deutete an, den Österreicher zeitnah auch sportlich in die Pflicht zu nehmen. Ljubicic bringt die Erfahrung eines Aufstiegs bereits mit. In der vergangenen Saison schaffte er mit dem 1. FC Köln den Sprung in die Bundesliga.
Entsprechend klar ist seine Haltung: „Wenn ich schon einmal aufgestiegen bin, komme ich nicht hier hin und sage: Ich will nicht aufsteigen.“ Zuvor stand er bei Dinamo Zagreb unter Vertrag, verzichtete für den Wechsel nach Schalke sogar auf mögliche Europapokal-Einsätze. Sportlich könnte Ljubicic schnell eine Rolle spielen. Muslic bezeichnete ihn als „topfit“, ein Startelfeinsatz in Bochum ist möglich.
Personell muss Schalke dort allerdings weiter auf Vitalie Becker verzichten, der mit Knieproblemen ausfällt. Neben dem Aufstieg hat Ljubicic noch ein weiteres großes Ziel im Blick: die Weltmeisterschaft im Sommer. Nach längerer Pause im Nationalteam will er sich wieder für Österreich empfehlen. Doch zunächst steht für ihn fest, worauf der Fokus liegt – und das hat er auf Schalke unmissverständlich ausgesprochen.