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„Problem“: Neururer warnt vor Schalkes Dzeko-Hammer

Edin Dzeko
Foto: IMAGO

Edin Dzeko sorgt mit seinem Wechsel zum FC Schalke 04 für Aufsehen in der 2. Bundesliga. Ex-Trainer Peter Neururer warnt jedoch vor Risiken für die sportliche Entwicklung der Königsblauen.


Der Transfer von Edin Dzeko zum FC Schalke 04 sorgt in Gelsenkirchen für große Euphorie. Nicht jeder teilt diese Begeisterung: Ex-Schalke-Trainer Peter Neururer äußert deutliche Zweifel an dem spektakulären Coup des Zweitligisten.

Neururer zeigte sich von den ersten Berichten über den Wechsel regelrecht überrumpelt. „Ich dachte erst an so etwas wie Versteckte Kamera. Ich dachte, das kann nicht wahr sein“, sagte er in seiner Rolle als Experte bei Sport1. Vor allem das Alter des Stürmers passt aus seiner Sicht nicht zur bisherigen Ausrichtung der Königsblauen.

Schalke habe sich zuletzt bewusst auf junge Spieler konzentriert und Talenten aus der U19 und U23 den Weg zu den Profis geebnet. Genau darin sieht Neururer eine klare Linie, die mit der Verpflichtung eines bald 40-Jährigen verlassen werde. „Jetzt wäre es etwas weg von der Linie, einen bald 40-Jährigen zu holen. Das passt nicht in die Gesamtphilosophie“, betonte der 69-Jährige.

Aufstieg im Fokus: Dzeko soll Schalke sofort helfen

Trotz aller Skepsis erkennt Neururer den sportlichen Wert des Angreifers an. Kurzfristig könne der Bosnier ein entscheidender Faktor im Aufstiegskampf sein. „Vielleicht setzen sie jetzt alles auf Aufstieg. Dzeko ist ein Mann, der Tore garantiert“, so Neururer. Gleichzeitig gibt er zu bedenken, dass Schalke sein Spielsystem anpassen müsse, wenn der Routinier eine tragende Rolle übernehmen soll.

Kritisch blickt Neururer vor allem auf die Zeit nach einer möglichen Rückkehr in die Bundesliga. „Aber was ist danach? Die Bundesliga mit Dzeko halte ich für ein Problem. Vor allem für die Entwicklung einer Mannschaft“, erklärte er. Die Gefahr bestehe, dass junge Spieler durch den prominenten Neuzugang ausgebremst werden könnten.

Fest steht: Dzeko hat den Medizincheck bereits absolviert und bei den Knappen unterschrieben. Laut Vereinsangaben habe der Angreifer selbst großes Interesse an einem Engagement auf Schalke gezeigt. Sportvorstand Frank Baumann bestätigte zudem, dass der erste Kontakt sogar vom Spieler ausging, der sich direkt bei Trainer Miron Muslic gemeldet hatte. Ob der Dzeko-Hammer am Ende voll einschlägt oder tatsächlich zum „Problem“ wird, dürfte sich erst in den kommenden Wochen und Monaten zeigen.