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Schalke-Spiel wird zum Albtraum: Toptalent Eichhorn droht Saisonaus

Kennet Eichhorn
Foto: IMAGO

Hertha-Wunderkind Kennet Eichhorn verletzt sich gegen Schalke schwer. Dem wertvollsten Zweitliga-Profi droht ein monatelanger Ausfall.


Das 0:0 zwischen Hertha BSC und dem FC Schalke 04 war ein Spiel mit vielen Facetten. Sportlich ging es um wichtige Punkte im Aufstiegsrennen, doch der Abend stand bereits vor dem Anpfiff unter besonderer Spannung. Vorkommnisse zwischen Polizei und Fans überschatteten den Spieltag und sorgten aus Berliner Sicht früh für einen bitteren Rahmen. Auf dem Platz verpasste Hertha anschließend den erhofften Sieg, und nach Abpfiff wurde der Abend noch schwerer. Neben Bayern-Leihgabe Maurice Krattenmacher verletzte sich auch  das 16-jährige Top-Talent Kennet Eichhorn.

Nach Angaben aus Berlin besteht der Verdacht auf eine Syndesmose-Verletzung. Weitere Untersuchungen sollen Gewissheit bringen. Im Raum steht sogar ein monatelanger Ausfall und schlimmstenfalls das Saison-Aus.

Für Hertha wäre das ein herber Schlag. Eichhorn gilt als „Mini-Kroos“ und ist mit einem Marktwert von 20 Millionen Euro laut Transfermarkt der wertvollste Spieler der gesamten 2. Bundesliga. Obendrein kommt die Verletzung zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. In den kommenden Wochen warten auf Hertha mehrere direkte Duelle mit Aufstiegskandidaten wie Karlsruhe, Darmstadt, Elversberg, Hannover und Paderborn. Schon jetzt fehlen mit Diego Demme und Maurice Krattenmacher wichtige Mittelfeld-Optionen.

16-jähriger Kennet Eichhorn spielte Schalke-Mittelfeld schwindelig

Wie schmerzhaft der mögliche Ausfall ist, zeigte Eichhorn ausgerechnet gegen Schalke eindrucksvoll. Trotz seines Alters war er einer der auffälligsten Spieler auf dem Platz. Laut kicker-Daten lief er über elf Kilometer, hatte mehr Ballkontakte und gespielte Pässe als Schalkes Stammsechser Ron Schallenberg und Soufiane El-Faouzi.

Eichhorn suchte immer wieder das Eins-gegen-Eins. Bärenstarke neun Dribblings verzeichnete der Teenager, fast 90 Prozent davon gewann er. Zudem führte er 20 Zweikämpfe und entschied rund 80 Prozent für sich. Zum Vergleich: Schallenberg hatte neun Dribblings weniger, bestritt 13 Zweikämpfe weniger und kam nur auf eine Zweikampfquote von 29 Prozent. Eichhorn dominierte mit 16 Jahren El-Faouzi und Schallenberg.

Genau eine solche Szene, in der er sich zuvor stark durchsetzte, wurde ihm letztlich zum Verhängnis. Eichhorn dribbelte El-Faouzi aus und ging an Gomis vorbei, ehe dieser ihn von hinten per Grätsche vom Ball trennen wollte. Eichhorns Knöchel knickte weg und wurde nach seiner Auswechslung dick bandagiert.

Für Schalke ist die Situation sportlich relevant, weil ein direkter Konkurrent im Aufstiegskampf womöglich sein Herzstück verliert. Für Eichhorn selbst wirft diese Verletzung allerdings einige Fragen auf. Topklubs wie Bayern, Dortmund und Leipzig, aber auch internationale Schwergewichte, beobachten ihn seit Monaten. Nun droht eine lange Zwangspause und hinter dem sicher geglaubten Abgang im Sommer steht ein Fragezeichen.