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Schalke-Aufstieg? Darum mahnt Karaman zur Geduld

Kenan Karaman
Foto: IMAGO

Nach einer starken Hinrunde als Herbstmeister bremst Schalke-Kapitän Kenan Karaman die Aufstiegseuphorie. Er erklärt, warum für ihn aktuell Vorsicht und Konstanz wichtiger sind als große Träume.


Der FC Schalke 04 geht als Herbstmeister der 2. Bundesliga in die Rückrunde – doch von Euphorie über einen möglichen Aufstieg will Kapitän Kenan Karaman nichts wissen. Trotz Tabellenführung mahnt der 31-Jährige zur Zurückhaltung und setzt stattdessen auf Bodenständigkeit.

„Der Aufstieg ist gerade kein Thema in der Kabine“, wurde Karaman zum Start der Vorbereitung von der WAZ zitiert. Für ihn zählt zunächst nur eines: konstant punkten. Erst wenn die Ergebnisse stimmen, könne die große Perspektive überhaupt diskutiert werden. Die Vorsicht kommt nicht von ungefähr. Zu präsent sind noch die schwierigen Jahre, in denen Schalke in der zweiten Liga mehrfach gegen den Abstieg kämpfen musste. „Ich weiß, dass es sehr schnell in die andere Richtung gehen kann. Deshalb ist der Aufstieg noch sehr weit weg“, erklärt der Kapitän.

Unter Cheftrainer Miron Muslic haben die Königsblauen zwar Stabilität gewonnen – 37 Punkte nach der Hinrunde sprechen für sich. Doch Karaman will genau diese Entwicklung schützen, indem er die Erwartungen bewusst niedrig hält. Lieber ein Schritt nach dem anderen als frühzeitig von der Bundesliga träumen.

Schalke vor dem Härtetest: Rückrundenstart bei Hertha BSC

Auch persönlich tritt der Angreifer leise auf. Sechs Tore und fünf Vorlagen in 16 Spielen sind eine ordentliche Bilanz, sein Anspruch bleibt dennoch hoch: Er will zweistellig treffen. Gleichzeitig ordnet er individuelle Ziele dem Mannschaftserfolg unter. Die Siege, sagt er, täten seiner Seele gut – und genau darum gehe es in dieser Saison.

Ein erster Gradmesser der Rückrunde wartet gleich zum Auftakt: Schalke gastiert am 17. Januar bei Hertha BSC. Die Berliner haben sich nach holprigem Start wieder an die Aufstiegsränge herangepirscht, das Olympiastadion dürfte zudem fest in königsblauer Hand sein. Schon in der vergangenen Spielzeit erlebte Karaman dort besondere Momente. „Das war schon im vergangenen Jahr der Wahnsinn, da haben wir vor 25.000 bis 30.000 Schalkern in Berlin mit 2:1 gewonnen. Das war ein geiles Gefühl“, erinnert er sich.

Viele Fans hoffen nun auf eine Wiederholung – und vielleicht auf mehr. Doch ihr Kapitän bleibt konsequent: Erst Punkte sammeln, dann träumen. Für Schalke soll der Weg zurück in die Bundesliga kein Sprint werden, sondern ein kontrollierter Dauerlauf.